05.09.2016, 20:37 Uhr

Vom Logartal auf den Steiner Sattel

Gipfel-Präsentation
Eberndorf: Gösselsdorf |

Vom Logartal (Logarska dolina) auf den Steiner Sattel (Kaminiško sedlo).

Das nach dem Bauernhof Logar benannte Tal, das 1987 zum Naturpark erklärt wurde, ist ein Kleinod der Steiner Alpen und J. Frischauf schreibt, „dieser Thalschluß dürfte einzigartig in den Alpen dastehen“. Ein fast ebener Talboden mit kleinen Wäldern, saftig grünen Wiesen, in denen einzelne Gehöfte und Obstbäume stehen, ist eingefasst von dunklen mit Wald bedeckten Talhängen. Darüber erhebt sich ein Felsenzirkus mit spitzen Felszacken und gewaltigen Wänden aus weißem Kalkfelsen. (Anm.: bis hierher Auszug aus: Ingrid Pilz "Naturpark Karawanken Steiner Alpen", Verlag Styria)
Wir beginnen die Wanderung auf dem Parkplatz im hintersten Ende des Logartales (slov.: Logarska dolina) beim Berggasthof Koča pod slap Rinka auf 998 m. Gemächlich führt der Wanderweg entlang eines Bachbettes zur Linken und durch Misch-Wald verdeckten Felswänden zur Rechten hinauf zum Rinka-Wasserfall (slap Rinke) der schon nach ca. 30 Minuten Gehzeit erreicht wird. Aus ca. 90 Meter Höhe stürzen sich die Wasser der noch jungen Savinja in die Tiefe. Bis hierher müssen sich die Bergwanderer mit den Ausflüglern den Weg teilen. Von nun an ist der Weg steiler und für Spaziergänger mit Turnschuhen nicht mehr geh bar. Über Wurzelstufen und in den Fels gehauene Treppen, ergänzt mit Steilstufen aus Holz gelangen wir zur Absturzkante des Rinke-Wasserfalls. Wer nicht ganz schwindelfrei ist, sollte sich nicht zu nahe an die Kante wagen. Nach einer weiteren Stunde Gehzeit ist die Frischauf Hütte erreicht. Die Hütte liegt bereits auf 1396 m und ist nach dem österreichischen Mathematiker und Pionier der touristischen Erschließung der Sanntaler- bzw. Steiner Alpen - Johannes Frischauf - benannt. Er war ein vehementer Verfechter der Idee, dass sich der Alpinismus weder dem Nationalismus, noch einer Religion oder politischen Haltung unterordnen darf. Ein Hinweisschild mit der Bezeichnung „Kaminiško sedlo“ – Steiner Sattel – weist uns den Weiterweg. Zunächst noch durch dichten Wald, der nur gelegentlich freie Sicht bietet, windet sich der Pfad in die Höhe. Unvermittelt wird der Blick frei auf die gewaltige Nordwand der Oistrica und Planjava. Wir überqueren eine Rinne die von der Komtliči-Scharte herunter führt. Im Schuttfeld neben der Rinne zwängt sich der Weg in engen Kehren hinauf bis zu einer Felswand. Hier wendet sich unser Weg nach Ost und ein kurzer, interessanter Klettersteig beginnt. Versichert mit Tritteisen und Stahlseilen bahnt er den weiteren Weg durch die Wand. Sobald wir die obere Kante der Felsstufe erreicht haben breitet sich eine grüne Almwiese vor uns aus. Im Osten ragt die Bastion der Planjava bis auf 2394 m in den Himmel, im Westen steigt die Brana auf 2252 m empor. Nach Süden reicht der Blick in das Tal der Kamniška Bistrica, über Kamnik (Stein) hinaus bis nach Ljubljana (Laibach). Von Nordwest bis Nordost zeigt sich der östliche Teil der Steiner Alpen in voller Pracht. Der Name „Steiner Alpen“ leitet sich vom Ort Stein (Kamnik) am Südfuß dieser Alpenregion ab. Oft wird auch der Name „Sanntaler Alpen“ verwendet, der auf den Ursprung des Flusse Sann (Savinja) verweist. Der Blick schweift über die Gipfel der Turska Gora (2251 m), der Rinke mit ihren drei Gipfeln die schon an der 2500 m-Marke kratzen und der Mrzla Gora (2203 m, der höchste Punkt im Bezirk Völkermarkt) mit ihrer Südwand. Fern am Horizont sind die Ostriča, Topitza, der Rücken des Petzenmassives und die Uschova zu erkennen.
Für den Rückweg nehmen wir den gleichen Weg wie für den Aufstieg. Achtung: in der Schotterregion unterhalb der Felsstufe ist im Hochsommer der äußerst seltene und geschützte Triglav-Enzian zu finden.
Gehzeit: 5 – 6 Stunden
Höhendifferenz: 1000 m
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Alois Fischer aus Liesing | 05.09.2016 | 22:12   Melden
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Christine Stocker aus Spittal | 06.09.2016 | 13:04   Melden
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