10.10.2016, 00:05 Uhr

Von der Trögener Klamm auf den Reschounikturm

Eberndorf: Gösselsdorf |

Von der Trögener Klamm auf den Reschounikturm.

Die Trögener Klamm, ein Naturschutzgebiet südwestlich von Bad Eisenkappel ist nicht nur für Bewohner des Kärntner Unterlandes ein „Muss“. Auch Touristen und Durchreisende sollten sich Zeit nehmen um das Naturspektakel, das der Trögernbach in Jahrmillionen geschaffen, hat zu besuchen. Von den Parkplätzen am Eingang der Klamm wandert man bequem auf asphaltierter Straße bis zum ehemaligen Gasthaus „Franzl“.
Ganz Verwegene muten sich den Weg zu, der vom Rastplatz beim „Franzl“ mit dem Hinweisschild „Potoksattel“ bezeichnet ist. Wir nutzen diesen Weg, der zunächst ganz breit angelegt ist und sanft ansteigt. Doch Vorsicht. Unmittelbar nach einer Brücke, die über den Koschutabach führt, zweigt der Weg zum Potoksattel hin ab. In unzähligen kleinen Kehren steigt der Weg steil an. Vorbei an Felstürmchen, die die Witterung in Jahrtausende langer Arbeit aus dem Kalkgestein herausgearbeitet hat, über umgestürzte Baumriesen, vorbei an schaurig tiefen Schluchten zwängt sich der Weg in die Höhe. Mit einer kleinen Holztafel, die an einem Baum angebracht ist, wird an ein Drama, das sich im Jahr 1937 an dieser Stelle ereignet hat, erinnert. Auf der Tafel ist zu lesen:
Auf dem Bilde sieht man hier
ein großes Drama im Revier.
Drei ganz gefährliche Falotten
zum Schmuggeln sich zusammenrotten.
Der Jäger Urbas kommt dazu
und stört sie bei der Jausenruh.
Die Gauner sprangen auf und schießen,
doch soll sie dieses sehr verdrießen.
Zehn Schüsse schießen sie vorbei
und sieben dann noch nach der Reih'.
Des Jägers Pfeife und sein Hund
sind leicht verletzt, er bleibt gesund.
Fünf Schüsse schießt er , wohlgezielt
die Drei Falotten hab'n verspielt.
Nun Wandrer zieh den Hut,
bewundere des Jägers Mut.
Dank Gott daß er gerettet wurd,
doch für die Andren sei nicht hart.
Geh' Deinen Weg nun ruhig zu,
den Toten gib Gott ewge Ruh
25.X.1937
Angemerkt ist noch:
Am 12. August 1942 wurde der brave Jäger Hugo Urbas als Rache für seine mutige Tat von dem einzigen Überlebenden bei seinem Jägerhaus Malowerschnig ermordet.
Ehre seinem Angedenken.
Schier endlos erscheint das ständige Aufsteigen auf dem ausgezeichnet markierten Weg. Die exponierteste Stelle des längst zum Steig mutierten Weges ist mit einem Drahtseil versichert. Immerhin befinden wir uns auf einem Abschnitt des Kärntner Grenzweges und dem muss Rechnung getragen werden. Vom Gipfel des „Mann“ mit seinen 1338 m ist es nur noch ein Katzensprung auf die 1504 m des Gipfels des „Reschounikturm“. Die anstrengende Bergfahrt wird mit einem grandiosen Ausblick auf die Koschuta-Kette und einen schwindelerregenden Blick hinunter in den Graben des Koschutabaches und hinüber zum Hochobir belohnt. Der Abstieg und Rückweg zum Ausgangspunkt ist ein echter „Knieschnaxler“ der nur mit einer Einkehr beim Gasthaus „Kovač“ in Ebriach, bei einer schmackhaften Forelle mit Wein oder Bier, kuriert werden kann.
Höhendifferenz: Rastplatz beim ehem. Gasthaus „Franzl“ – Reschounikturm: 800 Hm
Gehzeit: 4 ½ Stunden
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Kaller Walter aus Innsbruck | 10.10.2016 | 08:27   Melden
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