22.09.2016, 10:26 Uhr

Der Agrarsektor ist auch Frauensache

Die Bäuerin von heute übernimmt viele Aufgaben. Ein Drittel der Höfe wird von Frauen alleine geführt. (Foto: panthermedia-net/Goodluz)

Frauenpower in Familie, Haushalt und im Betrieb – die Landwirtin von heute ist modern und vielfältig.

BEZIRK. Das traditionelle Rollenbild der Frau in der Landwirtschaft hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert. "Bei knapp 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Wels und Wels-Land sind Frauen in der Betriebsführung beteiligt", erklärt Peter Jungreuthmayer, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer (BBK) Wels. Die Landwirtin von heute bewältigt täglich viele Aufgaben: Haushalt, Familie und die anfallende Arbeit am Hof sind unter einen Hut zu bekommen. Das richtige "Management" ist grundlegend für den Schlüssel zum Erfolg. "30 Prozent der Betriebe in der Region werden von Frauen alleine geführt", fügt Jungreuthmayer noch hinzu.

Optimale Fachausbildung

Vor allem Frauen, die durch eine Heirat in der Landwirtschaft Fuß fassen, sind oft vor große Herausforderungen gestellt. Den Quereinsteigerinnen fehlt das nötige Know-how. In Wels und Wels-Land gibt es aber verschiedene Ausbildungswege, sich im Agrarbereich zu vertiefen. Wer nicht auf schulischem Weg eine Fachausbildung absolviert hat, kann einen landwirtschaftlichen Facharbeiter- oder aufbauenden Meisterkurs belegen. Diese werden von der Bezirksbauernkammer Wels in Kooperation mit dem Agrarbildungszentrum (abz) Lambach angeboten. Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) bietet spezielle Kurse und Fortbildungen für Frauen, die einen Einblick in den Agrarsektor erlangen wollen. Seit September wird der neue Lehrgang Betriebsleiterin plus im abz angeboten. Er richtet sich vorrangig an Frauen aus nichtbäuerlicher Herkunft, die in eine Landwirtschaft einheiraten. Das abz Lambach ist mit diesem neuen Zweig in Form einer zweijährigen Abendschule samt 500 Unterrichtseinheiten österreichweit Vorreiter auf dem Gebiet und bietet damit eine Kombination aus den Fachrichtungen Landwirtschaft und ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement. Die erste Blockeinheit mit 30 Teilnehmern startet am 11. Oktober. Laut Johann Mader, Fachvorstand der Landwirtschaft des abz Lambach und Initiator des neuen Facharbeiterlehrgangs, stößt das neue Angebot auf großes Interesse: "Etliche Damen stehen auf der Warteliste." Der nächste Jahrgang startet im Herbst 2017, vorläufig ist eine Klasse pro Jahr vorgesehen.
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