06.06.2016, 09:29 Uhr

Queer as War: Regenbogen-Installation von Michal Rutz in der U-Bahn-Station Karlsplatz.

Der junge polnische Künstler Michal Rutz kann bereits mit seinen jungen Jahren einen spannenden Lebenslauf vorweisen. Bachelor of Arts in Warschau, Studium in Tel Aviv, zahlreiche Ausstellungen u.a. in Berlin, Leipzig, Warschau oder Wien. Dort studiert Rutz derzeit an der Akademie für bildende Künste „Kontextuelle Malerei“. Seine Werke sind laut Eigenaussage „a mix of realism and abstraction“.

Im Mittelpunkt stehen dabei „human forms“, die Charaktere sind bevorzugt „queer figures“, die auch einen Konnex mit seiner Lebenseinstellung und seinen Visionen haben. Der Künstler setzt sich schon seit seiner Zeit in Israel mit Homosexualität im öffentlichen Raum auseinander und kämpft gegen die Diskriminerung von LGBT´s.

In diesem Sinne ist auch jene geniale Regenbogen-Installation zu verstehen, die derzeit unter dem Titel „Queer as War“ im Red Carpet Showroom in der U-Bahn-Station Karlsplatz (und danach im Showroom Volkstheater) ausgestellt ist. Ein Soldat, ausgestattet mit Gewehr und Schutzmaske, getarnt in Regenbogenfarben. Ein Vorbote für die Pride Week und die Regenbogenparade am 18. Juni, der es in sich hat.

Und egal, wie man diese Installation auch persönlich deuten mag. Homosexualität oder auch nur Anders-Sein darf im 21. Jahrhundert kein Grund sein, Menschen zu ächten, zu diskriminieren, zu verfolgen oder zu töten. Letzteres ist in manchen islamischen Ländern heute noch an der Tagesordnung, Homosexualität gilt laut Rutz beispielsweise in Palästina als „großes Tabu“, LGBT´s leben dort unauffällig, am besten unsichtbar. In scheinbar offenen (west- und osteuropäischen) Gesellschaften ist die Diskriminierung vielleicht subtiler, aber für die Betroffenen nicht minder grausam. Wird sich das jemals ändern ?

www.oliverplischek.at
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