30.07.2018, 13:19 Uhr

Tauziehen um den Skywalk Spittelau

Der Skywalk verbindet den Alsergrund mit Döbling. Eine entsprechende Zusammenarbeit wird deshalb gewünscht. (Foto: MA 29/Wurscher)

Der Döblinger Bezirksvize will ein Fahrverbot für Räder auf dem Skywalk. Allerdings liegt der auch im Neunten und mit dem hat es noch keine Absprache gegeben.

ALSERGRUND. Da hat der Döblinger Bezirksvize Daniel Resch (ÖVP) wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen: Der Skywalk, der bei der U-Bahn-Station Spittelau den Alsergrund mit Döbling verbindet, ist dem Nachbarn ein Dorn im Auge. Ständig soll es zu gefährlichen Situationen mit Radfahrern kommen. Mittlerweile hat man auch in der Döblinger Bezirksvertretung einen Antrag dazu eingereicht. "Die Sicherheit muss dort gesteigert werden. Es wird überlegt, ein Radfahrverbot zu verhängen", sagt Resch.  Dass es dort manchmal gefährlich sein kann, mag niemand bestreiten, allerdings hat man da die Rechnung ohne den Alsergrund gemacht.

Größter Teil im Neunten

Denn den Alsergrund bei dieser Debatte auszuschließen, ist aufgrund der Lage des Skywalks durchaus problematisch. "Der Skywalk Spittelau befindet sich zum größeren Teil nicht in Döbling, sondern am Alsergrund. Normalerweise ist es Usus in Wien, dass wir uns zwischen den Bezirken nichts medial ausrichten", kommentiert der SPÖ-Klubvorsitzende Klaus Koberwein die derzeitige Situation. Offensichtlich sei Resch nicht an der Lösung des Problems interessiert, sondern eher nur an der eigenen Profilierung. Auch die Alsergrunder Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) ist an einer Zusammenarbeit mit der Döblinger Bezirksvorstehung interessiert. "Meine Türen stehen dem Bezirksvorsteher aus Döbling und seinem Vize selbstverständlich immer offen. Ich würde mich freuen, wenn wir beim Skywalk gemeinsam an Lösungen arbeiten könnten", sagt Ahmad.

Gleich ein Verbot durchzusetzen, sei für die Bezirkschefin keinesfalls eine Lösung. "Vielmehr muss man sich das Platzproblem auf dem Skywalk anschauen. Viele Räder werden dort illegal abgestellt", so Ahmad. Gerne mache man hier gemeinsame Sache mit dem Nachbarbezirk. "Ich halte Gespräche mit Experten für sinnvoll", sagt die Bezirksvorsteherin. Man könnte zum Beispiel mit mehr Fahrradständern dagegenwirken. "Ich möchte, dass dort die gemischte Nutzung aufrechterhalten wird. Schließlich ist die Brücke auch Teil des Radnetzes."

Gefährliche Situationen

Besonders heikle Situationen gibt es für die Döblinger auch für Mütter mit Kinderwägen. Diese kommen nichtsahnend aus der U-Bahn-Station heraus und stehen dann häufig ohne Warnhinweis auf einem dicht befahrenen Radweg. Im Bereich der Spittelau gibt es mit der Wiener Gebietskrankenkasse und dem Fonds Soziales Wien auch große Beratungseinrichtungen, die von Menschen aus der ganzen Stadt frequentiert werden.
"Es gibt viele kleinere Vorfälle, die uns geschildert werden. Besonders von 7 bis 9 Uhr und von 16 bis 18 Uhr ist dort echt die Hölle los", sagt der Döblinger Sicherheitskoordinator Heinz Mokesch.
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