Schnee ohne Ende
Alarmstufe Schnee

In Dalaas musste das Flachdach einer Tankstelle vom Schnee befreit werden.
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  • In Dalaas musste das Flachdach einer Tankstelle vom Schnee befreit werden.
  • Foto: Dietmar Mathis
  • hochgeladen von Christian Marold

Abseits der gesicherten Pisten ist es immer gefährlich

Nach dem Föhn nimmt die Lawinengefahr nochmals zu. Der Temperaturanstieg hat die Schneedecke vorübergehend geschwächt. Es kann zu weiteren spontanen Abgängen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen kommen. Deshalb bleibt für Wintersportler die Situation abseits der gesicherten Pisten immer noch gefährlich.

Ein Rückblick auf das vergangene Wochenende zeigt den Bezirk Bludenz im Ausnahmezustand. Von Seiten der Landeswarnzentrale wurde die höchste Stufe der fünfteiligen Skala, also sehr große Lawinengefahr, aus-
gerufen.

Das bedeutete, dass die Arlberg-Gemeinden Lech, Zürs und Stuben von der Außenwelt abgeschnitten waren. Ebenso wie die Orte St. Gerold, Blons, Sonntag, Fontanella und Faschina im Großwalsertal. Und auch im Montafon gab es kein Durchkommen mehr nach St. Gallenkirch, Gargellen, Gaschurn und Partenen. Die Arlbergbahnstrecke war unterbrochen.

200 Feuerwehreinsätze
Insgesamt befanden sich rund 40 Alpinpolizisten in Rufbereitschaft, in den eingeschlossenen Ortschaften wurden Polizisten als Ansprechpartner für die Bevölkerung stationiert und eine 24-stündige Dienststellenbereitschaft angeordnet. Aber auch die Freiwillige Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun. 200 Feuerwehreinsätze mit etwa 3000 beteiligten Einsatzkräften schaufelten Dächer ab und entfernten umgestürzte Bäume von Straßen.
Besonders Tragisch: Nach einem Lawinenabgang am Samstag in Lech am Arlberg konnten drei Skifahrer aus Oberschwaben nur noch tot geborgen werden. Ein vierter bleibt vermisst.

Lawinen sind die größte Gefahr in den Alpen. Sie machen den Schnee zu einem unberechenbaren Element, das immer wieder Opfer fordert. Durchschnittlich sterben in Österreich jährlich 26 Menschen durch Lawinen.

Deshalb streben die Lawinenwarndienste danach, die weiße Naturgewalt vorhersehbarer zu machen.

Doch Alexander Podesser, Leiter des Lawinenwarndienstes (ZAMG) warnt: „Es gibt keine fixe Formel, die die Lawinengefahr voraussagt, und die wird es auch nicht in Zukunft geben.“ Für Wintersportler sei es abseits der gesicherten Pisten deshalb immer gefährlich.

Sperren unbedingt beachten
Dem kann sich Podesser nur anschließen. „Das Um und Auf ist außerdem eine gute vorab Tourenplanung.“ Für den Experten gehört in jedem Fall das genaue Studium der Lawinensituation dazu. Und es sollte selbstverständlich sein, Warnungen oder Sperren zu beachten. Wer trotzdem abseits der gesicherten Pisten fährt ist nicht nur leichtsinnig sondern auch rücksichtslos. Bei einem Lawinenunglück müssen sich auch die Einsatzkräfte in Gefahr begeben. Da es jedoch immer wieder vorkommt, dass Skifahrer gerettet werden, die bei Lawinengefahr auf gesperrten Pisten oder in freiem Gelände unterwegs waren, wird nun in Österreich über Bußgelder bei Fahrlässigkeit in den Bergen nachgedacht. Stellt sich nur die Frage ob der Reiz des Verbotenen nicht größer ist als die Angst vor Strafen.

Autor:

Christian Marold aus Feldkirch

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