Wien: Umfassendes Rettungspaket für die Lobau gefordert
- Kühwörther Wasser, Untere Lobau
- hochgeladen von robert poth
Der Wiener Nationalparkbeirat fordert ein umfassendes Rettungspaket für den Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen. Darunter: eine Wiederanbindung der Unteren Lobau an die Donau, zusätzliche Maßnahmen gegen die Donaueintiefung östlich von Wien und eine Aufbereitung für das Grundwasserwerk Lobau.
Der Wiener Nationalparkbeirat ist ein im Gesetz festgelegtes Gremium zur Beratung des Magistrates und der Verwaltung des Nationalparks Donau-Auen. Nun hat der Beirat eine Resolution zur Rettung der Lobau verfasst, die rechtlich zwar nur eine "Empfehlung" darstellt. Sie hat dennoch Gewicht, denn sie wird von sämtlichen Mitgliedern des Beirats und damit von den von ihnen vertretenen Institutionen unterstützt.
Mitglieder des Wiener Nationalparkbeirats
Vorsitzender OStBR DI Hans Peter Graner, OeAV, Landesverband Wien / Vorsitzender - StV. DI Horst Weitschacher, Wirtschaftskammer Wien / DI Iris Strutzmann, Kammer f. Arb. u. Ang. f. Wien / Christine Dubravac-Widholm, Naturfreunde Wien / Mag. Peter Huber, Österreichischer Touristenklub / DI Manuel Hinterhofer, Wiener Fischereiausschuss / Norbert Walter, MAS, Wiener Landesjagdverband / Vizepräs. Martin Flicker, Wiener Landwirtschaftskammer / Dr. Werner Lazowski, Wiener Naturschutzbund / DI Michael Stelzhammer, WWF Österreich
Nur durch die Umsetzung der geforderten Maßnahmen könnte die gesamte Lobau als nationalparkwürdiges und naturnahes Ökosystem von nationalem und internationalem Rang langfristig erhalten werden, betont der Wiener Nationalparkbeirat in der Resolution.
Auenschutz und Trinkwasserversorgung vereinbar. Bemerkenswert ist, dass der Beirat erkannt hat, dass langfristig kein Widerspruch zwischen dem Schutz der Auenökologie und der Sicherheit der Trinkwasserversorung Wiens besteht. Nur durch Wiederanbindung an die Donau und Maßnahmen gegen die Donaueintiefung kann man das fortschreitende Absacken der Grundwasserspiegel stoppen, das die Funktionsfähigkeit und Ergiebigkeit der Grundwasserbrunnen in der Unteren Lobau gefährdet.
Die Resolution vom 18. Juli 2025 kann als PDF u. a. hier heruntergeladen werden: Wasser für die Lobau – Wasser für Wien
Empfehlungen / Forderungen des Nationalparkbeirats mit Erläuterungen
1. Akutmaßnahmen: Fortsetzung der Dotation Obere Lobau (Mühlwasser-Arm) in die Untere Lobau beim Uferhaus Staudigl.
Erläuterung: Diese Maßnahme wird derzeit von den zuständigen Wiener Behörden bereits vorbereitet, im Rahmen eines "Wasserwirtschaftlichen Versuchs".
2. Dringend erforderliche Maßnahmen gegen die Donaueintiefung unterhalb des Kraftwerks Freudenau: Ausgleich des kumulierten Geschiebedefizits 1996-2017.
Erläuterung: Die Verbund Hydro Power GmbH (VHP) als Betreiberin des Kraftwerks ist verpflichtet, die Donausohle unterhalb des Kraftwerks bis Schönau an der Donau zu erhalten. Die ursprünglich (1995) erfasste "Referenzsohle" war aber zu schmal und die vorgeschriebenen Geschiebezugaben daher zu gering. Ab 2018 gelten erhöhte Mengen, doch das zuvor entstandene Geschiebedefizit von rund einer Million Kubikmeter muss von der VHP nicht ausgelichen werden. Ein solcher Ausgleich wird nun vom Nationalparkbeirat gefordert.
3. Langfristig: Wiederanbindung der Gewässerzüge und der abgedämmten Auwälder mittels Durchlassbauwerken.
Erläuterung: Die derzeit grundwassergespeisten Stillgewässer der Oberen und Unteren Lobau sind einem Prozess der Verlandung ausgesetzt - sie wuchern von den Rändern her zu (z. B. Schilf), werden immer seichter (Schlammauflagen am Gewässerboden) und trocknen schließlich aus. Derart werden alle auentypischen Lebensräume und ihre Tier- und Pflanzenarten unweigerlich verschwinden. Nur eine starke Durchströmung (d. h., eine Umwandlung der Stillgewässer in Fließgewässer) kann diesen Prozess aufhalten, was leider nur in der Unteren Lobau möglich ist.
4. Mehrstufige Filteranlage für das Grundwasserwerk Lobau.
Erläuterung: Derzeit verfügt das GWW Lobau nur über eine Desinfektionsanlage (Chlordioxid). Eine mehrstufige Aufbereitung war 2003/4 fix vorgesehen (Projekt "Wasserwerk Kleehäufel"), wurde dann aber offenbar aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht. Eine Aufbereitung wäre nötig, wenn insbesondere durch durchströmendes Donauwasser die Trinkwasserqualität des geförderten Grundwassers mit bloßer Desinfektion nicht mit Sicherheit gewährleistet werden kann.
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.