Aus dem Nest geplumpster kleiner Uhu rollte Wanderern vor die Füße
- Foto: Foto: EGS / Sigrid Frey
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Hilfloser Nestling von Uhu-Adoptiveltern in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee aufgenommen.
HARINGSEE. Eine völlig unerwartete Szene bot sich kürzlich einer Familie beim Wandern im Leithagebirge: Ein kleiner Uhu rollte einen Steilhang hinab und den Wanderern genau vor die Füße, nachdem er zuvor offensichtlich aus seinem Nest geplumpst war. Die Familie brachte den kleinen Nestling in eine Tierarztpraxis, von dort wurde er schließlich in die von VIER PFOTEN unterstützte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) transportiert, die auf derartige Fälle spezialisiert ist.
„Verletzte Jungtiere werden bei uns in die Obhut von Ammeneltern übergeben und wachsen praktisch ohne Menschenkontakt auf. Unser Ziel ist es, sie schließlich wieder freizulassen, was uns auch in fast 100 Prozent der Fälle gelingt“, erklärt Dr. Hans Frey, Leiter der EGS. „So ist es auch diesmal: Unser kleiner Findling, dessen Alter wir auf etwa drei bis vier Wochen schätzen, wächst nun wieder in einer Uhu-Familie auf, gemeinsam mit drei weiteren schon etwas größeren Jung-Uhus.“
Laut Dr. Frey ist es wichtig, dass jede Bindung zu den betreuenden Pflegern vermieden wird: „Nur so ist es möglich, diese wunderschöne und größte heimische Eulenart auch letztendlich wieder der Natur zurückzugeben.“
Die EGS Haringsee ist für Fälle wie den kleinen Uhu-Nestling optimal vorbereitet. Hier leben dauerinvalide Pfleglinge fast aller heimischen Greifvogel- und Eulenarten paarweise in Volieren oder großen, nicht überdachten Freigehegen. Sie sind bereit, fremde Jungtiere ihrer Art zu adoptieren.
„Sobald Jungtiere flügge werden, also bei Uhu-Kinder etwa im Alter von sieben bis acht Wochen, beginnen sie, die Umgebung des Freigeheges zu erkunden“, erklärt Dr. Frey. Meist ist es so, dass ein Familienverband bis etwa September aufrecht erhalten bleibt. Dann haben die Jungtiere erlernt, für sich selbst zu sorgen.
„Bevor wir ihn in die Natur entlassen, bekommt unser Uhukind noch einen Fußring zur Erkennung. Dann beginnt die Wanderphase, bis der Uhu ein Revier gefunden hat, das ihm zusagt. Und mit etwas Glück findet sich auch ein passender Partner für eine neue Familiengründung“, so Dr. Frey abschließend.
Über die EGS:
In der EGS werden pro Jahr etwa 250 Jungvögel gerettet. Das Besondere ist, dass diese von Ammeneltern aufgezogen und zu fast 100% wieder freigelassen werden. Mit Unterstützung von VIER PFOTEN arbeiten Dr. Hans Frey und sein Team an effektiven Maßnahmen für die verbesserte Rehabilitation, Aufzucht und Freilassung bzw. Unterbringung bedürftiger Eulen- und Greifvögel. Es ist die einzige Pflegestation in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden.
Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:
www.egsoesterreich.org oder jeweils aktuell auf
https://www.facebook.com/pages/EGS-Verein-Eulen-und-Greifvogelschutz-%C3%96sterreich/187648491277086
Über VIER PFOTEN:
VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation setzt sich mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunde- und katzen, Labor-, Nutz-, Wild- und Haustiere sowie auf Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Niederlassungen in Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Rumänien, Schweiz, Südafrika, Ungarn, Ukraine und den USA sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not. 2013 feiert die Organisation ihr 25-jähriges Jubiläum. www.vier-pfoten.org
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