Hernalser Volksschüler fordern Bleiberecht für Schulkameraden

Klare Botschaft: Der stellvertretende WSC-Fußballsektionsleiter Adi Solly und Schulkinder sind gegen die Abschiebung.
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HERNALS. "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here", tönt es laut. Flüchtlinge seien hier willkommen. Dieser Schlachtruf schallte vor dem Anpfiff zum Match gegen Bruck an der Leitha von den Fantribünen über den Sportclub-Platz.

Damit und mit viel Applaus unterstützten die Fans eine Aktion von Schülern der vierten Volksschulklasse der Integrativen Schule Hernals. Die Schule liegt in direkter Nachbarschaft zum Stadion. Den Schülern geht es um ein einfaches Anliegen: Sie wollen ihren Freund und Klassenkameraden Luka nicht verlieren. Der zehnjährige Luka ist mit seiner Mutter aus Georgien nach Österreich gekommen. Aufgrund einer schweren Behinderung ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Schon Ende September könnte die Familie des Landes verwiesen werden. Ines Peper findet das ein Unding. Sie engagiert sich im Elternverein der Schule. Über Bekannte beim WSC-Fanclub "Freunde der Friedhofstribüne" hat sie die Aktion eingefädelt.

Eines möchte sie klarstellen: "Wir machen das, weil die Kinder das wollen. Sie haben große Angst, ihren Mitschüler zu verlieren. Wir wissen nicht, wie wir das erklären sollen, wenn Luka eines Tages nicht mehr da sein sollte." Deshalb setzt sich der Elternverein gemeinsam mit den Schülern gegen die Abschiebung von Luka und seiner Mutter ein. Über 1.800 Menschen haben bereits eine Onlinepetition unterschrieben. Auch vor dem Fußballspiel wurden Flugblätter an die Zuschauer verteilt.

In Georgien verstoßen

"In Georgien werden Menschen mit Behinderungen stark diskriminiert", sagt Peper. "Es gibt dort auch keine Therapieangebote." Erst in der Hernalser Schule habe Luka einen funktionierenden Rollstuhl bekommen. "Da konnte er sich zum ersten Mal in seinem Leben richtig bewegen und mit anderen Kindern spielen." In Georgien werde man diese Fortschritte wohl schnell wieder zunichtemachen. "Die Familie hat Luka und seine Mutter verstoßen. Die Verwandten wollen nichts mit einem behinderten Kind zu tun haben." In Wien sei es der Mutter von Luka möglich, im Rahmen der gesetzlichen Einschränkungen zu arbeiten. "In Georgien wird sie überhaupt kein Geld verdienen können, weil sie die Einzige ist, die sich um Luka kümmert."

Bleiberecht gefordert

Der Elternverein setzt sich für ein humanitäres Bleiberecht für Luka ein. Auf Anfrage wollte das Innenministerium die Erfolgschancen nicht kommentieren. Man äußere sich nicht zu einzelnen Fälle, sagt ein Sprecher. Grundsätzlich sei die Entscheidung über ein humanitäres Bleiberecht Abwägungssache.

Autor:

Christian Bunke aus Wieden

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