Marc Elsberg
Wenn Kooperation Trumpf ist

Marc Elsberg sucht nach Antworten auf die "Gier"
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Der Josefstädter Erfolgsautor Marc Elsberg legt mit "Gier" seinen vierten Thriller vor.

JOSEFSTADT. Marc Elsberg ist ein Aushängeschild des Wissenschaftsthrillers. Von seinem Lieblingscafé Floriani aus lässt er seine Leser in die weite Welt reisen. Sein 2016 erschienener Roman "Helix" führte die Leser in die Welt der Gentechnik ein. "Zero" behandelte die moderne Überwachungsgesellschaft, während es sich in "Blackout" um mögliche Energieknappheit drehte.
Am 25. Februar erscheint "Gier". Diesmal lässt er die Leser in die Ideenwelt der Wirtschaftswissenschaften eintauchen.

"Meine früheren Bücher waren ziemlich dystopisch. Jetzt geht es um die Möglichkeit einer Utopie." Dabei wollte Elsberg eigentlich gar nicht über Wirtschaft schreiben. Eine Recherche führte ihn zufällig auf die Homepage einer Forschergruppe rund um den in London arbeitenden Wissenschafter Ole Peters. Dieser will mathematisch nachgewiesen haben, dass Kooperation und Umverteilung für wirtschaftliches Wachstum wesentlich bedeutsamer und effizienter seien als Wettbewerb und Konkurrenz.

In "Gier" dreht sich alles um diese Erkenntnis. "Bei mir ist das Thema des Buches eigentlich immer die Hauptperson", sagt Elsberg. Eine Hauptperson, die aber spannend in Szene gesetzt werden möchte. Wer Elsbergs Bücher kennt, weiß, dass mit reichlich Spannung und Action zu rechnen ist.

Kooperation ist Trumpf

Doch selbst in der Handlung des Buches versteckt sich eine Botschaft. "In vielen Blockbustern der letzten Zeit geht es um Teamarbeit", sagt Elsberg. "Harry Potter kann nicht ohne seine Freunde gewinnen. So ist es auch in ‚Gier‘."

In diesem Roman haben die Charaktere den Mord an einem Ökonomen und Nobelpreisträger aufzuklären. Dieser wollte in einer durch Wirtschafts- und soziale Krisen aus den Fugen geratenen Welt gerade das oben beschriebene Konzept der Überlegenheit der Kooperation vorstellen. "Es gibt natürlich gesellschaftliche Kräfte, die sich mit einer solchen Idee nicht anfreunden können", sagt Elsberg. "Das gilt vor allem für die Profiteure der völlig unregulierten Finanzwelt."

Auch hier gibt es eine Parallele zur Wirklichkeit: "Ole Peters und sein Team hatten Schwierigkeiten, ihre These in wissenschaftlichen Wirtschaftsjournalen unterzubringen, weil sie darin althergebrachte Auffassungen widerlegen."
Elsbergs neues Buch ist ein Plädoyer für Umverteilung. "Wir brauchen eine Vermögensbesteuerung und mehr Sozialstaat. Man muss die wirtschaftspolitischen Entwicklungen, vor allem was die deregulierten Finanzmärkte angeht, neu überdenken."

Marc Elsberg sucht nach Antworten auf die "Gier"
Marc Elsberg über seinen neuen Thriller "Gier".

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