07.06.2018, 11:38 Uhr

Pfeilgasse: Josefstädter zieht Waffe vor Schulkindern

Ein Josefstädter richtete seine Waffe auf zwei Schulkinder in der Pfeilgasse. (Foto: Foto: KK/Symbolfoto)

In der Josefstädter Pfeilgasse zeigte ein Kind seine Spielzeugwaffe einem Schulkollegen. Ein zufälliger Passant zog dabei seine schussbereite Waffe und richtete sie auf die Kinder.

JOSEFSTADT. Zu einem absurd gefährlichen Vorfall ist es vor eine Wochen in der Pfeilgasse gekommen. Ein 11-jähriger Schüler der NMS Pfeilgasse brachte seine Spielzeugpistole mit in die Schule und zeigte sie nach Schulschluss einem 10-jährigen Volksschüler.

Dann eskalierte die Situation: Ein vorbeigehender Passant zog seine – echte – Pistole und richtete sie auf die Kinder. "Der Mann brachte seine Waffe in Anschlag und forderte den 11-Jährigen auf, die Pistole auf den Boden zu legen", heißt es seitens der Polizei.

Verdacht der Nötigung steht im Raum

Der Mann soll die Kinder in weiterer Folge dazu gezwungen haben, die Hände hochzuhalten. Er verständigte die Polizei. Obwohl es sich bei der Pistole nur um ein Spielzeug handelte, hielt der Mann die Kinder bis zum Eintreffen der Beamten fest. "Die Polizisten stellten fest, dass es sich um eine Spielzeugpistole handelt, wobei die Beurteilung – insbesondere aus einiger Entfernung – nicht einfach ist und die Echtheit durchaus angenommen werden kann", sagt Polizei-Pressesprecher Harald Sörös.

Was die echte Waffe angeht, so besitzt der Josefstädter sie ganz legal. Mehr noch, darf er die Waffe aufgrund seins Waffenpasses auch bei sich tragen. Dennoch erwartet den 45-Jährigen eine Anzeige wegen des Verdachts auf Nötigung.

10-jähriger Flüchtling ist traumatisiert

Die Direktorin der Volksschule Pfeilgasse, die der 10-Jährige besucht, erfuhr erst einige Zeit später von dem Vorfall und hat sich im Rahmen eines Schulforums mit dem Vorfall beschäftigt. Eine Kollegin hätte erzählt, dass der Bub vollkommen zerstreut sei. Dann hätte die Direktorin Andrea Rieß begonnen, nachzufragen, heißt es seitens besorgter Eltern. Der Bub – ein Flüchtling aus Aleppo – hätte sofort zu weinen begonnen, wenn man ihn etwas gefragt hätte und kam den ganzen Tag nicht zur Ruhe. Nachdem der Fall bekannt wurde, schaltete Rieß die Kinder- und Jugend-Anwaltschaft ein. Mitllerweile befindet sich der 10-jährige Volksschüler in Therapie. Er ist bei Hemayat, ein Verein für dolmetschgestützte medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung, untergekommen.

Dem Kind des Waffenträgers würde ein Volksschulplatz in der Josefstadt zustehen. Ob es die Pfeilgasse werden sollte, kann man vonseiten des Stadtschulratspräsidenten aus Datenschutzgründen weder bestätigen noch verneinen. "Wir werden aber auf jeden Fall das Gespräch zum Vater suchen", heißt es aus dem Büro des Stadtschulratspräsidenten Heinrich Himmer.  Schließlich sei das Kind des Waffenträgers unbescholten und man wolle die Taten des Vaters nicht auf das Kind abwälzen. Außerdem will man den Vater an seine Erziehungspflichten erinnern. "Wir sind natürlich daran interessiert, dass so etwas nicht vorkommt und wollen den Kindern ein angenehmes Klima bieten", heißt aus dem Stadtschulrats-Büro. 
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