Österreichisches Qualitätszertifikat
Korneuburger Agentur "Gutbetreut.at" ausgezeichnet
- Ein kleiner Teil der Gutbetreut.at-Familie bei der Zertifikatsverleihung via Videokonferenz: Klaudia Krnacova, Hilda Kothbauer, Margit Hermentin, Beate Rottenmanner und Susanne Schramm.
- Foto: Thomas Huber
- hochgeladen von Sandra Schütz
Bundesminister Wolfgang Mückstein überreichte an die Korneuburger Vermittlungsagentur für 24-Stunden-Betreuungskräfte "Gutbetreut.at" das Österreichische Qualitätszertifikat der Branche.
BEZIRK | STADT KORNEUBURG (pa). Als geprüfte Qualitätsagentur darf sich "Gutbetreut.at" bereits seit Juni 2020 bezeichnen. Damals konnte die Korneuburger Agentur das herausfordernde Assessment zum "Österreichischen Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung", kurz ÖQZ-24, positiv abschließen. Doch die für Herbst 2020 geplante Verleihung des Zertifikates fiel der Corona-Pandemie zum Opfer.
Nachgeholt wurde sie nun Ende Jänner 2022. Im Rahmen einer Videokonferenz überreichte Bundesminister Wolfgang Mückstein an 25 Agenturen das ÖQZ-24, darunter auch "Gutbetreut.at". In Summe haben bis dato erst 40 von über 800 in Österreich tätigen Vermittlungsagenturen die 2019 etablierte staatliche Zertifizierung erhalten.
5G bei der "Verleihung"
Bei "Gutbetreut.at" beging man den freudigen Anlass 5G: geimpft, geboostert, getestet und gut gelaunt. Vor dem Bildschirm versammelten sich Klientin Hilda Kothbauer (90), ihre 24-Stunden-Betreuerin Klaudia Krnacova, Gründerin Margit Hermentin sowie die Krankenschwestern Beate Rottenmanner und Susanne Schramm. "Erfolge gehören schließlich gemeinsam gefeiert. Denn wir sind überzeugt, dass. gute Personenbetreuung und Pflege nur im Teamwork, im fairen und respektvollen Miteinander möglich ist", sagt Hermentin. Erste Gratulantin zum ÖQZ-24 – Therapiehündin Roxi.
"Das Zertifikat bedeutet für uns die Anerkennung unseres Weges der strikten Qualitätsorientierung. Gutbetreut.at heißen wir ja deswegen, weil wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern diesen Weg konsequent weitergehen. Tag für Tag wollen wir dazulernen und noch besser werden", erläutert die Agentur-Gründerin.
Schwachstellen beseitigen
Das ÖQZ-24 definiert Mindeststandards in der 24-Stunden-Betreuung. Das betrifft die Pflegearbeit an sich, aber auch den Umgang mit Kunden und mit den vermittelten Personenbetreuern. Themen, wie die Transparenz von Verträgen und Leistungsvereinbarungen, die Abwicklung der Bezahlung, aber auch das Monitoring durch diplomiertes Fachpersonal oder die garantierte Ersatzstellung bei Ausfall einer Betreuungsperson, sind dabei besonders wichtig. Zudem sieht das ÖQZ-24 über den gesetzlichen Rahmen hinausgehende Qualifikationen der Betreuer vor, etwa im Hinblick auf Ausbildung und Sprackkenntnisse.
"Allerdings", so Hermentin, "weist das Zertifikat aufgrund seiner Rahmenbedingungen auch Schwachstellen auf." Dazu zähle etwa die freiwillige Teilnahme am Zertifizierungsprozess, der hohe organisatorische und finanzielle Aufwand. "Insbesondere kleine Agenturen sehen da meist von einer Zertifizierung ab." Zudem habe das ÖQZ keinen Einfluss auf die Förderung der 24-Stunden-Betreuung. "Diese beträgt seit 2006 550 Euro pro Monat für zwei Betreuungskräfte."
"Förderungen müssen erhöht werden"
"Die Förderung hat mittlerweile massiv an Kaufkraft verloren", kritisiert Hermentin. "Es wäre höchst an der Zeit, sie zu erhöhen und jährlich an die Teuerung anzupassen." Klienten, die eine zertifizierte Agentur beauftragen, sollten zudem einen Zuschlag zur Förderung erhalten, fordert die Agentur-Gründerin. "Mittelfristig muss die Zertifizierung Bedingung für das Agentur-Gewerbe in der 24-Stunden-Betreuung sein." Sie hofft dabei auf die angekündigte Pflegereform.
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