Knorr Bremse Mödling
"Günther" zieht nach Strasshof
- Herwig Hinterreiter (rechts oben), Werksleiter bei Knorr-Bremse in Mödling, zeigte Andreas Kiesling (Mitte) und Rupert Gansterer (vorne) vom 1.öSEK die Dampflok, die schon bald im Eisenbahnmuseum Strasshof eine neue Heimat finden wird.
- Foto: Knorr-Bremse GmbH
- hochgeladen von Rainer Hirss
BEZIRK MÖDLING. Jahrelang diente sie als markanter Blickfang bei der Firmeneinfahrt des Mödlinger Spezialisten für Schienenfahrzeugbremssysteme in der Beethovengasse. Bald verlässt die Dampflok „Günther“ ihren Platz Richtung Strasshof. Die Knorr-Bremse GmbH schenkt das historische Fahrzeug dem Ersten österreichischen Straßenbahn- und Eisenbahnklub.
Lange Geschichte
Die alte Industrielokomotive WLF 3007, die 1930 in Wien-Floridsdorf gebaut worden war, versah lange ihren Dienst als Werkslokomotive in einer Brauerei in Schwechat, danach in einem Stahlwerk in Ternitz und zuletzt in einer Zuckerfabrik in Dürnkrut. Knorr-Bremse rettete die Lok vor der Verschrottung, restaurierte sie und gab ihr im September 2003 ein neues Zuhause am Werksgelände in Mödling. Doch nun wird der Platz für zusätzliche Fahrradabstellplätze benötigt. Knorr-Bremse unterstützt die umweltfreundliche Anreise der rund 800 Mitarbeiter mit einem Programm zur Mobilitätsförderung, das einen Zuschuss zu Öffi-Tickets sowie eine Förderung für E-Bikes beinhaltet.
Dkfm. Jörg Branschädel, Geschäftsführer der Knorr-Bremse GmbH, verabschiedet sich vom Maskottchen des Standortes: „Ein angemessenes neues Zuhause für die Dampflok zu finden war mir ein wirkliches Anliegen. Sie ist ein bedeutendes Stück der österreichischen Eisenbahngeschichte und verfügt sogar über eine Bremsausrüstung von Knorr-Bremse. Ich freue mich sehr, dass wir mit dem 1.öSEK einen Partner gefunden haben, der unser Schmuckstück in Strasshof würdig ausstellen wird.“
„Als Präsident des Trägervereins des Eisenbahnmuseums Strasshof, dem 1.öSEK, bin ich sehr glücklich und stolz, dass diese wertvolle Dampflokomotive „Günther“ zu uns in das Eisenbahnmuseum Strasshof kommt“ ergänzt Ing. Andreas Kiesling vom 1.öSEK.
Er dankte den Verantwortlichen, insbesondere Dkfm. Jörg Brandschädel, für die Erhaltung dieses Eisenbahnfahrzeuges: „Es zeigt von besonderer Weitsicht, Verantwortung und Nachhaltigkeit, in Zeiten wie diesen, in denen es besonders hohe Schrottpreise gibt, nicht das Geld zu lukrieren, sondern sich darum zu kümmern, dass diese Dampflokomotive in ein Museum kommt und der Nachwelt erhalten bleibt.“
Knorr-Bremse ist seit über 100 Jahren mit der Eisenbahn verbunden. „Wir haben in unserer Sammlung auch Eisenbahnfahrzeuge aus dem frühen 20. Jahrhundert, in denen schon Knorr-Bremse Teile verbaut sind. Ich traue mich zu sagen, ohne Knorr-Bremse gäbe es die heutige Eisenbahn nicht!“, so Kiesling weiter. „Die Lok „Günther“ wird bei uns in der Sammlung einen besonderen Platz einnehmen. Sollten wir die Finanzierung schaffen, kann ich mir vorstellen, „Günther“ wieder Leben einzuhauchen. Ich freue mich schon jetzt, die Knorr-Bremse Belegschaft in einem unserer Nostalgiezüge begrüßen zu dürfen, vielleicht gezogen von „Günther“.“
Die Lok soll im Sommer zum Gelände des vom 1.öSEK betriebenen Eisenbahnmuseums „Das Heizhaus“ Strasshof gebracht und dort ausgestellt werden.
Eisenbahnmuseum Strasshof
Der 1.öSEK – Erster österreichischer Straßenbahn und Eisenbahn Klub ist ein gemeinnütziger Verein. Er gründete 1984 das Eisenbahnmuseum Strasshof. Heute beherbergt das Museum die größte österreichische Schienenfahrzeugsammlung. Rund 350 Exponate dokumentieren die Entwicklung der Fahrzeuge in Österreich - von 1886 bis zur Gegenwart. Die Basis der umfangreichen Sammlungen bildete die historische Eisenbahn-Fahrzeugsammlung der Republik Österreich. Durch Ankäufe und Schenkungen werden die Sammlungsbestände weiterhin ausgebaut und ergänzt.
Darüber hinaus wurden folgende Sammlungsbereiche geschaffen: Signale und Stellwerke, bahnbezogene Bauwerke und Einrichtungen, eine Fachbibliothek sowie ein umfangreiches Planarchiv. Um den Fortbestand des Museums zu sichern, konnte der 1.öSEK im Jahr 2013 das 153.000 m² große Museumsgelände von den ÖBB erwerben.
Ziel ist es, das Wissen um Pflege und Erhaltung von historischem Eisenbahngut den nächsten Generationen weiterzugeben. Daher werden auch weiterhin Lokomotiven und Waggons in einen betriebsfähigen, historisch authentischen Zustand versetzt. Damit sollen auch die Besucher die Möglichkeit haben, das Eisenbahnmuseum Strasshof „lebendig“ zu erleben.
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