U6: Generelles Essverbot kommt

Überwältigende Mehrheit für Essverbot auf allen U-Bahn-Linien
StRin Ulli Sima, Günter Steinbauer
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  • Überwältigende Mehrheit für Essverbot auf allen U-Bahn-Linien
    StRin Ulli Sima, Günter Steinbauer
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WIEN. Es hat eine gewisse Ironie. Bei der Pressekonferenz über die neuesten Image-Maßnahmen für die U6 beim Betriebsbahnhof Michelbeuern am Währinger Gürtel werden belegte Brötchen und andere Leckereien gereicht. Das bröselt, und ist deshalb ab September neben anderen Lebensmitteln wie Pizza, Döner oder Käsekrainer in den Garnituren der U6 verboten.

"Immer wieder werde ich gefragt warum wir das nur in der U6 machen," sagte die verantwortliche Stadträtin Ulli Sima bei der Vorstellung der neuen Maßnahme. "Ich kann aber sagen, dass wir das auch für die anderen U-Bahnen einführen werden." Das dürfte all jene Fahrgäste der U6 beruhigen, die sich schon im Juli gefragt haben ob Sima etwas gegen sie hat, als diese kostenloses Deo in U-Bahnstationen verteilte.

Essverbot gegen Geruchsbelästigung

"Wir wollen das neue Konzept schrittweise einführen um es in der Stadt bekannt zu machen", so Sima weiter. Geruchsbelästigung sei ein großes Thema. Das wollen die Wiener Linien in einer Umfrage herausgefunden haben, die sie in den vergangenen Wochen online durchgeführt haben.

Laut Wiener Linien haben sich 51.216 Menschen an der Umfrage beteiligt. Mehr als zwei Drittel, das sind 37.453 Personen, sollen die Frage, ob sie ein Essverbot auf allen U-Bahnlinien haben wollen, mit "ja" beantwortet haben. 28.431 Menschen seien für ein generelles Essverbot in der U6.

Die Wiener Linien begründen die Umsetzung eines "Essverbots" mit der durch verzehrte Nahrung entstehenden Verschmutzung der U-Bahngarnituren. "Es entsteht sehr hoher Reinigungsaufwand", so Sima.

Keine Ausnahmen für Kinder

Was ist aber nun mit kleinen Kindern, die während der U-Bahnfahrt von ihren Eltern mit Essen versorgt werden? "Das Verbot betrifft alle Speisen", so Sima. "Ich werde Kleinkindern aber nicht direkt das Essen aus der Hand reißen." Dafür ist nach einer Eingewöhnungsphase der Sicherheitsdienst der Wiener Linien zuständig. "Wir werden aber zunächst eine große Informationskampagne mit Lautsprecherdurchsagen in den Zügen und am Bahnsteig machen," sagt Wiener Linien. Geschäftsführer Günter Steinbauer: "Unsere Sicherheitsmitarbeiter werden ein Auge darauf haben, wie die Fahrgäste das Verbot annehmen."

Für besseres Klima

Mit dem Essvernot wollen die Wiener Linien das Image der U6 verbessern. Dieses habe durch die Debatte rund um den Drogenhandel entlang der U6 Schaden genommen. Deshalb wird die jährlich von 90 Millionen Menschen genutzte Linie nun aufgewertet. "Die U6 wird nun klimatisiert," so Sima. "Die Züge fahren mit gemischten Garnituren, von denen jeder zweite Wagen mit Klimaanlage ausgestattet wird." Daneben wird an einigen Bahnsteigen ein neues Leitsystem errichtet, welches den Zustieg erleichtern soll.

Überwältigende Mehrheit für Essverbot auf allen U-Bahn-Linien
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Die neuen Markierungen sind bereits angebracht. Ab September greift das Essverbot.

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