29.11.2016, 00:00 Uhr

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Elisabeth Balazs vor der geschlossenen Tür ihrer alten Bank.

Bank weg, Bankomat weg. Was tun? Die Schließung ihrer Bankfiliale brachte Elisabeth Balazs auf eine Idee.

OTTAKRING. In immer mehr Nachbarschaften ist es zu beobachten: das Bankensterben. Mit diesem Phänomen hat auch die Ottakringerin Elisabeth Balazs ihre Erfahrungen gemacht.

"Vor einem Monat kündigte die Bank Austria an, ihre Filiale in der Thaliastraße am Brunnenmarkt zu schließen", so die 70-Jährige. "Vor zwei Wochen war es dann so weit. Jetzt ist dort nichts mehr, nicht einmal ein Bankomat."

Damit gibt es in der näheren Umgebung von Elisabeth Balazs’ Wohnung keine einzige Bank mehr. "Früher hatten wir fünf Banken hier", sagt sie. "Doch das ist schon lange vorbei." Vor allem für Pensionisten und ältere Menschen wird das zum Problem.

Große Entfernungen

"Jetzt müssen Menschen aus meiner Straße lange Wegstrecken zu Fuß zurücklegen. Oder sie müssen gleich mehrere Stationen mit der Straßenbahn fahren. Das ist umständlich."

Für manche sind die Strecken gar nicht zu schaffen: "Gerade für Menschen, die nicht mehr so belastbar und vielleicht mit dem Rollator unterwegs sind, sind die Distanzen ein echtes Problem."

Auch Angst spielt dabei eine Rolle: "Ich habe auch von Pensionisten gehört, die jetzt Angst vor Überfällen haben. Diese Angst führt dazu, dass manche sich gar nicht erst auf den Weg zu ihrer Bank machen. Dadurch geht natürlich viel Lebensqualität verloren", so Elisabeth Balazs. "Manche wissen überhaupt nicht mehr, wie sie zu ihrem Geld kommen sollen."

Vom Problem zur Idee

Die Schließung der Bank Austria am Brunnenmarkt brachte Elisabeth Balazs auf eine Idee: "Ich habe ein Auto, ich kann also die Menschen von ihren Wohnungen abholen und sie zur Bank mitnehmen", sagt Balazs. "Mit der Versicherung habe ich alles geklärt. Das würde also funktionieren."

Aber auch zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde Elisabeth Balazs alte Menschen begleiten. "Das ist eine kleine Sache, aber vielleicht freut es jemanden."

Jeder wird einmal alt

Finanzielle Hintergedanken hat sie dabei keine. "Ich möchte wirklich nur meine Hilfe anbieten", sagt Elisabeth Balazs.
"Man muss sich darüber im Klaren sein, dass jeder in seinem Leben einmal Hilfe braucht. Jeder Mensch wird schließlich einmal alt."
Jetzt ist Elisabeth Balazs gespannt, ob ihr Angebot angenommen wird: "Natürlich ist auch eine gewisse Hemmschwelle da, sich einer fremden Person anzuvertrauen", sagt sie. "Ich kann auch nicht jeden Tag Menschen transportieren. Aber einige Male im Monat sollten schon drin sein."

Zur Sache:

Elisabeth Balazs bietet alten Menschen ihre Begleitung auf dem Weg von ihrer Wohnung zur Bank und wieder zurück an. Sie freut sich auf Anrufe von Menschen, die ihr Angebot annehmen möchten. Erreichbar ist sie unter der Telefonnummer 0664 53 169 53.
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