06.11.2017, 16:16 Uhr

Café Schopenhauer: Ein Wohnzimmer für alle Währinger

Das Schopenhauer ist ein klassisches, geräumiges, Vorstadtkaffeehaus.

Martin Berger möchte das traditionsreiche Café Schopenhauer öffnen und zum Bezirks-Treffpunkt machen.

WÄHRING. Martin Berger war eigentlich auf der Suche nach einer Eigentumswohnung, aber es kam, wie es oft kommt, nämlich anders: "Ich habe gesehen, dass das Café Schopenhauer zum Verkauf stand. Die Anzeige hat mich nicht mehr losgelassen." Zu Jahresbeginn war es dann so weit: Berger hat das Kaffeehaus übernommen.

Nun führt er es seit zehn Monaten mit dem Bestreben, die Wiener Kaffeehauskultur zu erhalten und gleichzeitig für frischen Wind zu sorgen. Das Schopenhauer, erzählt Berger, sei früher als Spielercafé bekannt und sogar ein wenig verrufen gewesen. Diese Tradition – natürlich ohne illegales Glücksspiel – hat sich bis heute gehalten: In dem Café treffen sich eine Tarock- und eine Bridge-Runde, die hier jede Woche einen Nachmittag lang in einem ruhigen Raum ihrem Hobby nachgehen. Außerdem kommen noch zwei Schachclubs, der Frauenschachclub Frau Schach und der Club Four Kings, bei dem auch asiatisches Schach wie Shōgi und Makruk gespielt werden, dazu. Weitere Spieler sind sowohl bei den einzelnen Treffen als auch als Gruppe herzlich willkommen.

Aber nicht nur Spieler und Kaffeehausgeher sollen sich im Schopenhauer wohlfühlen, Berger hat auch die Familien im Auge. "Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie das ist, wenn man mit einem kleinen Kind zu Hause sitzt, es regnet und es nichts zu tun gibt", wie er sagt, sind Familien einmal im Monat zu einem Spielenachmittag eingeladen. "Die Kinder können dabei unsere Brett- und Gesellschaftsspiele ausprobieren und werden betreut. Die Eltern können so einen ruhigen Nachmittag verbringen", sagt Berger. Auch beim sonntäglichen Brunch sind Kinder gerne gesehen und Ende Jänner gastiert der Kinderliedermacher Bernhard Fibich im Schopenhauer.

Wienerlied und Hardrock

Veranstaltungen gibt es mittlerweile jeden Freitag und Samstag. Oft findet auch am Donnerstag ein Konzert oder eine Lesung statt. Von der Rockgitarre bis zur Zither ist im Schopenhauer alles willkommen. Jetzt bleibt natürlich die Frage: Lohnt sich das alles, wo sich doch rundherum die Vorstadtkaffeehäuser wirtschaftlich schwertun oder gar eingehen? Berger sagt: "Es ist ein ständiger Kampf, aber ich werde das jetzt durchziehen." Er möchte, dass sein Lokal zu einem Wohnzimmer für seine Nachbarn wird.

"Dass wir jetzt so viele Veranstaltungen haben, wurde zunächst gar nicht registriert", meint er. Jetzt komme das Konzept aber langsam in Schwung. Sein Ziel: "Dass die Menschen am Freitag und Samstag sagen: ‚Komm, gemma ins Schopenhauer! Da ist sicher was los.'"

Zur Sache:

Wer sich über die Spieletreffs und Events im Café Schopenhauer (18., Staudgasse 1) informieren möchte, kann das am besten online tun: www.cafeschopenhauer.at
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