28.06.2016, 16:37 Uhr

Home Invasion: "Diese Art der Überfälle wird zunehmen"

Die Polizei fahndet nach wie vor nach den Tätern, die die drei Überfälle in Döbling verübt haben. (Foto: Spitzauer)

Drei Raubüberfälle gab es in den vergangenen Monaten auf Villenbesitzer in Döbling: Wie man sich schützen kann erklärt Karl Brunnbauer von der Initative ProNachbar

DÖBLING. Von einer Serie möchte man bei der Polizei nicht sprechen, aber die Häufung sei schon auffällig: Drei Mal sind unbekannte Täter seit Februar dieses Jahres in Döblinger Villen eingedrungen und haben die anwesenden Opfer, jedesmal ein Paar, gefesselt und beraubt. Zuletzt wurden am vergangenen Freitag ein Banker und seine Frau Opfer einer sogenannten "Home Invasion".

Ob es sich um dieselben Täter handelt, sei noch ungewiss, heißt es von der Polizei: "Wir sagen nicht ja, und nicht nein." Im ersten Fall sei das Vorgehen aber bedeutend brutaler gewesen als bei den beiden späteren. Die Täter waren auf jeden Fall immer maskiert und konnten unerkannt fliehen.

Um Einbrüchen vorzubeugen, fährt die Polizei in den betroffenen Gegenden vermehrt Streife. Die Täter spionieren ihre Opfer vor dem Raub mit ziemlicher Sicherheit sorgfältig aus - dabei könne man sie aber kaum erwischen: "Die fahren ja nicht mit Sturmmasken und abgedunkelten Scheiben vor dem Haus herum, sondern in ganz normalen Fahrzeugen, das fällt nicht auf", sagt ein Polizeisprecher. Er rät trotzdem dazu, bei verdächtigen ortsfremden Fahrzeugen die Polizei zu verständigen.

"Hier wäre eine aufmerksame Nachbarschaft wirklich von Vorteil", sagt Karl Brunnbauer von der Initaitve ProNachbar, "wenn man Personen sieht, die sich auffällig lange in der Nachbarschaft umsehen, darf man misstrauisch werden und die Polizei rufen."

"Eindringen ist oft leichter, wenn die Opfer zuhause sind"

Brunnbauer glaubt, dass Home Invasions in nächster Zeit zunehmen werden. "Wenn man zuhause ist, ist das Eindringen ins Haus oft leichter. Die Alarmanlage ist nicht scharf, vielleicht steht ein Fenster offen und der Fernseher läuft." Außerdem können die Täter die Opfer unter Druck setzen und sich von ihnen Verstecke zeigen und Tresore öffnen lassen. Brunnbauer rät zu einem Panikknopf, mit dem still die Polizei verständigt wird - dieser kann am Handgelenk, am Schlüsselbund oder an der Zimmerwand angebracht werden. "Und wenn man sich zurückzieht, sollte man die Alarmanlage einschalten."

Weitere Präventionsmaßnahmen: Brunnbauer rät dazu, sich aus dem Telefonbuch streichen zu lassen und ausreichend Außenbeleuchtung zu installieren: "Je weiter draußen der Täter bemerkt wird, desto risikoreicher ist es für ihn."

Hintergrund:

Bericht: Döblinger Ehepaar in eigenem Heim gefesselt und beraubt
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