01.04.2016, 00:00 Uhr

Wenn der Postler gar nicht klingelt

KGV-Obmann Rudolf Koosz vor den Postkästen seiner Anlage. "Die Belieferung mit Briefen klappt, aber warum kriegen wir keine Paketpost?"

270 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner bekommen keine Paketpost zugestellt.

FAVORITEN. Die Bewohner der Kleingartenanlage an der Urselbrunnengasse in der Nähe des böhmischen Praters haben ein Problem mit der Post. Nicht mit der Briefpost, denn die wird zuverlässig an die Postkästen am Vereinsheim der Kleingärtner ausgeliefert. Es hakt bei den Paketen.

„Der Paketpostler weigert sich durch die Anlage zu gehen und die Pakete auszuliefern,“ beschwert sich Anrainerin Susanne Bichler gegenüber der bz-Wiener Bezirkszeitung. „Er behauptet, er habe keinen Schlüssel“.

„Das ist nicht nur eine Behauptung, dass stimmt auch,“ sagt Post-Sprecher Michael Homola. „Einen Generalschlüssel für die Anlage könnte der Zusteller nur vom Obmann des Kleingartenvereins persönlich bekommen. Das müssen die unter sich ausmachen.“

Schlüssel abgelehnt

Diese Aussage verstört wiederum den Kleingartenverein-Obmann Rudolf Koosz. „Wir haben dem Postler doch einen Schlüssel angeboten. Er wollte ihn aber nicht annehmen und hat ihn uns zurückgeschickt. Seit Jahren geht das jetzt schon so hin und her.“

Das sei vor allem für die älteren Bewohner der Kleingartenanlage ein Problem, so Koosz weiter. „Wir haben 270 Vereinsmitglieder, die hier mit ihren Angehörigen leben. Viele von ihnen sind Pensionisten und nicht mehr gut zu Fuß. Wenn diese Menschen jetzt Paketpost kriegen müssen sie zum Postamt in der Quellenstraße gehen. Viele haben kein Auto. Das ist ganz schön mühsam.“

Bei der Post glaubt man nicht an die Geschichte. „Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass der Postmann einen Schlüssel verweigern würde,“ so Homola. „Das würde der sicher machen und dann die Pakete auch persönlich abliefern, wie einen eingeschriebenen Brief.“

Die Bewohner der Kleingartenanlage fühlen sich durch solche Aussagen verschaukelt. „Bei allen anderen Paketdiensten funktioniert die Zustellung, nur bei der Post nicht,“ so Susanne Bichler. „Das ist doch ein schlechter Scherz.“
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