09.08.2016, 00:00 Uhr

Explosiver Fund auf Jedenspeigner Acker

Andreas Herrmann führt Kampfmittelortung durch. Er fand bereits Tausende Kilo Sprengstoff. (Foto: privat)

Granaten enteckt. Felder entlang der March waren Kriegsschauplatz und bergen jede Menge Kriegsmaterial.

BEZIRK (up). Fünf deutsche Gewehrsprenggranaten aus dem Zweiten Weltkrieg wurden dieser Tage aus einem Acker in Jedenspeigen geborgen. Die Munition war scharf, sie wurde von Mitarbeitern des österreichischen Entminungsdienstes entsorgt.

Front an der March
Der Matzner Andreas Herrmann leitet eine Firma, die sich auf Kampfmittelortung spezialisiert hat. Er weiß, dass sich die Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg entlang der March erstreckt haben. Nach Kriegsende wurden von der Besatzungsmacht nur oberflächig sichtbare Blindgänger eingesammelt oder gesprengt, eine flächendeckende Suche oder Sondierung fand im Weinviertel niemals statt.
Seit zwei Jahren ist Herrmann in Jedenspeigen tätig. "Wir haben Tausende Kilogramm Kriegsmaterial, 200 verschiedene Arten, gefunden", sagt er. Erst im März war hier eine 1,80 Meter große Rakete einer Stalin-Orgel gefunden worden.
Ein Teil der Jedenspeigner Äcker gehört dem Erzbistum Wien. Gutsverwalter Josef Hofer bestätigt: "Wir haben eine großflächige Suche in Auftrag gegeben." Im Trockenjahr 2015 hatte man mit einer Drohne Luftbildaufnahmen gemacht, Zonen mit höherem Bewuchs sind jene, wo unterirdische Kriegsmaterialen vermutet werden.

Granaten wandern

Bürgermeister Reinhard Kridlo will nun auch die Gemeindeäcker überprüfen lassen, denn die Gefahr wächst. "Das Kriegsmaterial wandert durch Erosion jährlich nach oben. Was nach dem Krieg in einem Meter Tiefe lag, ist jetzt 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche." Beim Ackern wird bis auf 40 Zentimeter Tiefe gearbeitet.
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