12.04.2016, 10:01 Uhr

Der Frauenflüsterer von Volders

Die Heimatbühne Volders spielt „Wechseljahre“ (Foto: Heimatbühne Volders)

Ausverkauftes Lustspiel "Wechseljahre" der Heimatbühne Volders
Theaterbesprechung von Peter Teyml

VOLDERS. Nicht nur am Premierentag, auch am 9. April war der „Saal Volders“ bis auf den letzten Platz gefüllt, was Reinhard Seibolds „Wechseljahre“, aber wohl auch der dorfeigenen Dynamik des „Gemeinsam-Erlebens“ geschuldet ist. Wie dem auch sei, Spielleiter Gerhard Marko hat die fünf Damen & fünf Herren gut im Griff, die drei Akte werden zügig ohne Leerläufe in knapp zwei Stunden abgewickelt, die Lacher kommen an den richtigen Stellen, und eine runde Ensemblearbeit garantiert ein dynamisches Spiel.
Die Story ist einfach gestrickt: Eine Frau steht kurz vor ihrem 50-sten Geburtstag, aber ihr Mann hat sie wegen einer Jungen verlassen und die Wechseljahre machen ihr zu schaffen. Als ihr Mann sich dann noch mit Freundin in ihrem gemeinsamen Haus einquartiert, wird die Sache brenzlig, die Protagonistin überlässt den Rest der Familie ihrem Schicksal und verreist einmal vorerst.
Erwartungsgemäß gibt’s viele Schwarz-weiß-Dialoge, die Wallungen der Damen, Esoterik-Verisse, Frauenverführer und Pantoffelhelden liefern Anlass zum Klatschen und Lachen, auch Deftiges und Kalauerhaftes werden nicht ausgelassen. Karoline Klausner mimt routiniert die wechselgeplagte Evi, Seppi Klausner nimmt man ihren coolen Mann Achim gerne ab und vergönnt ihm daher eine Abreibung, Verena Marko ist die hübsche und schlagfertige Tochter Conni, Leonhard Angerer gibt glaubwürdig den Sohn Michi mit seiner Biggi, nett umgesetzt von Viktoria Miller. Julia Troppmair gelingt ebenfalls mit Routine die Figur von Evis Freundin Karin, flott und dominant, besonders zu ihrem „Simandl“ Jürgen (witzig gespielt von Fred Krismer), der sich überraschend von ihr emanzipiert, wobei Daniela Hackh (Debutrolle) als flexible Geliebte Dagmar eine gute Figur macht.
Last, but not least, auch Dominik Waldner als Florian wirkt in seiner Debutrolle frisch und natürlich. Gerhard Marko kann der Figur des Alternativen und „Frauenflüsterers“ zwar gerecht werden, es wirkt aber alles zu aufgesetzt – weniger wäre mehr. Nun, wer unbeschwerte Unterhaltung sucht, wurde in Volders fündig.
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