29.08.2016, 08:18 Uhr

Zum fünften Mal Stoneman gemeistert

Für den dreifachen Winterparalympicsteilnehmer Michi Kurz ist die Naturkulisse eines der schönsten Erlebnisse beim Stoneman (Foto: KK)

Dreifacher Winterparalympicsteilnehmer Michi Kurz bezwang am 14. August zum 5. Mal den Stoneman.

ST. LORENZEN IM LESACHTAL (MaKo). Der 43-jährige Lesachtaler Michael Kurz war bis zu seinem Unfall 1999 Skitourenläufer, Radfahrer und Spitzensportler. Nach der Diagnose Querschnittlähmung kämpfte er sich mit eisernem Willen und Disziplin wieder zurück in einen sportlichen "Alltag". Der Stoneman-Trail-Dolomiti ist für ihn eine Art Befriedigung und ein Glücksgefühl, womit er auch beweisen will, dass ein funktionierender Körper nicht selbstverständlich ist.

Einzigartige Naturkulisse
Für Michael Kurz ist der Stoneman-Trail in den Südtiroler Dolomiten mit 115 Kilometern und über 4.000 Höhenmetern eine Aufgabe, mit der er seine Grenzen austestet. "Es ist kein einfacher Trail, aber die Naturkulisse mit dem Glockner im Norden und den Drei Zinnen im Süden belohnt jede Anstrengung. Für mich ist es aber auch ein Training, ohne das es mir körperlich nie so gut gehen würde. Auch wenn man am Abend sehr müde ist, den Stoneman geschafft zu haben und das Erlebnis mit den Kollegen zu teilen, vermittelt ein Glücksgefühl", schwärmt der Ausnahmeathlet.

Pflicht für Mountainbiker
"Den Stoneman zu bezwingen ist für jeden Mountainbiker Pflicht", erzählt der 43-jährige und berichtet von seiner Lieblingspassage in den Dolomiten: "Der zehn Kilometer technisch schwierigste Teil ist die Demut-Passage. Das Naturschauspiel mit den Felsüberständen entschädigt aber jede Anstrengung." Der Stoneman-Trail-Dolomiti kann ohne Rennstress mit individueller Zielsetzung für geübte Mountainbiker an mehreren Tagen bestritten werden. Je nachdem, ob man es in ein, zwei oder drei Tagen geschafft hat, bekommt man dafür eine Stoneman-Trophäe in Gold, Silber oder Bronze.

Fünf Trophäen zu Hause
Vier goldene und eine silberne handgefertigte Stoneman-Trophäen hat der sympathische Sportler schon zu Hause. "Das war aber sicherlich nicht die letzte", überzeugt Kurz und erzählt von der Teilnahme mit seinem Sohn: "Vor sechs Jahren fuhr ich mit meinem Sohn Nils, der damals zehn Jahre alt war, den Stoneman in zwei Tagen und war dadurch auch sehr Stolz dieses Erlebnis mit ihm zu teilen."

Ein Event aus Dankbarkeit
"Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren" lautet das Motto von Michael Kurz, der nach seinem Unfall gesehen hat, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass er mit seinem Körper wieder solche sportlichen Leistungen erzielen kann. Gemeinsam mit Radlwolf Wolfgang Dabernig und Ingo Ortner veranstaltet er am 4. September das "2. Radeln für den guten Zweck". Ein Rennen, bei dem Radsportbegeisterte (egal ob mit Bike oder E-Bike) gemeinsam am Hauptplatz in Mauthen starten und auf die Mauthner Alm fighten. Die freiwilligen Spenden dieser Charity kommen zur Gänze den sportbegeisterten Simon Guggenberger zugute, der seit Geburt im Rollstuhl sitzt. "Es ist für Wolfi und für mich ein Event aus Dankbarkeit, dass wir unser Schicksal nach unseren schweren Unfällen mit Erstdiagnose Querschnittlähmung wieder so gut gemeistert haben", bemerkt Kurz.
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