15.03.2016, 08:00 Uhr

Aus für Eichen in Watzelsdorf

„Anrainer" Prälat Franz Mantler mit den Gemeindearbeitern und Helfern bei einer der gefällten EichenFoto: Josef Messirek

Nach Gemeinderatsbeschluss wurden in Watzelsdorf drei irreversibel geschädigte Eichen gefällt.

WATZELSDORF (jm). Die Gutachten des Maschinenrings und des Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn hatten schon im Vorjahr attestiert, dass die 118 Jahre alten Eichen am Kirchenvorplatz ein erhöhtes Gefahrenpotenzial darstellen.
„Wir haben im Gemeinderat alle Möglichkeiten zur Erhaltung der Eichen diskutiert. Letztendlich waren wir zum Handeln gezwungen, bevor ein Schaden eintritt. Sosehr wir den kulturellen Wert der Kaisereichen schätzen, aber die Verantwortung im Schadensfall nimmt einem niemand ab“, begründet Bürgermeister Markus Baier den einstimmigen Beschluss des Gemeinderates, drei Eichen zu fällen. Die noch am besten erhaltene vierte Eiche soll aber stehen bleiben.

Herabstürzende Äste

Im Juni 2015 war von der Marktgemeinde Zellerndorf eine Untersuchung durch den Maschinenring in Auftrag gegeben worden. Zwei der 118 Jahre alten Eichen wurden mit Note vier bewertet, was heißt, die Bäume sind deutlich und irreversibel geschädigt.
Laut Prüfungsbericht der BH Hollabrunn stellten die vier Eichen aufgrund ihres Gesundheits- und Vitalitätszustandes eine Gefährdung für Personen und Sachen dar. Es hat auch schon drei Schadensfälle gegeben. Herabstürzende dürre Äste beschädigten am benachbarten Gebäude Dach und Zaun. Karl Ecker, der das Areal rund um die Kirche betreut, ist froh, dass die Bäume entfernt wurden. „Sie hätten aber auch gleich die vierte Eiche wegnehmen sollen, denn die Schäden sind am Stamm deutlich zu sehen“, gibt er zu bedenken.

Eichenholz wird verkauft

Die drei mächtigen Eichen, die eine Höhe von 30 Metern erreicht haben, mussten durch Facharbeiter von oben abgetragen werden. Gemeindearbeiter brachten das Holz in den Bauhof der Marktgemeinde Zellerndorf, wo es zum Verkauf angeboten wird. Geschätzte 50 Festmeter Holz werden durch das Fällen der drei Giganten anfallen. Fünf Meter des dicksten Stammteiles haben ein Gewicht von fünf Tonnen auf die Waage gebracht.
„Selbstverständlich wird der Watzelsdorfer Kirchenvorplatz neu gestaltet“, erklärt Bgm. Baier. „Wir werden uns fachlich beraten lassen, welche Bäume oder Sträucher in welchem Abstand gepflanzt werden können, damit das Ambiente der Kirche wieder passt.“
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