12.04.2016, 19:00 Uhr

Schrott-AKW bleibt Bedrohung

Tschechiens Regierung hat die Betriebserlaubnis für das 30 Jahre alte AKW Dukovany verlängert.

BEZIRK (ae). Nach 30 Jahren Betrieb hätte das AKW Dukovany, das nur rund 40 km von Retz entfernt liegt und schon in der Vergangenheit immer wieder mit Pannen Schlagzeilen gemacht hatte, Ende 2015 abgeschaltet werden sollen. Was aber nicht passiert ist. Im Gegenteil: Anfang April hat das tschechische Amt für Reaktorsicherheit die Betriebsgenehmigung auf unbestimmte Zeit verlängert.

Sehr hohe Ansprüche

Die Erklärung der Leiterin der tschechischen Atomaufsichtsbehörde, Dana Drábová, „es werden sehr hohe Ansprüche an den Betrieb gelegt, zahlreiche Bedingungen müssen erfüllt werden“, ist im grenznahen Raum nur ein sehr schwacher Trost.

Keine Technologie der Zukunft

LAbg. Richard Hogl spricht von einem Skandal. „Auch Tschechien könnte die Wasser- und Windkraft ausbauen, aber man geht lieber den scheinbar billigeren Weg und baut damit ein großes Sicherheitsrisiko für unsere Region auf. Die Atomkraft ist keine Technologie der Zukunft. Es gibt nur einen Weg, den totalen Ausstieg.“ Der Hollabrunner Nationalratsabgeordnete Christian Lausch sieht die EU in der Pflicht: „Die EU wäre gefordert, dem Einhalt zu gebieten. Da passiert aber nichts, weil die EU selbst für Atomstrom ist. Die Region muss überparteilich gegen den Fortbetrieb von Dukovany auftreten. Da besteht akute Gefahr für das Weinviertel und für Wien. Das geht es um die Sicherheit von Millionen von Menschen.“

Protest gegen Dukovany

LAbg. Walter Naderer zur Verlängerung der Betriebserlaubnis durch tschechische Behörden: „Das ist so, wie wenn sich Autofahrer selbst das Pickerl für ihr Fahrzeug ausstellen dürften. Wir würden dringend eine europäische Atombehörde brauchen, die es immer noch nicht gibt. Ich unterstütze voll den Protest von Landesrat Pernkopf gegen die Betriebsverlängerung.“ Die Behörden beschäftigen sich schon seit längerer Zeit mit der Möglichkeit, dass in Dukovany etwas passieren könnte, und sind darauf vorbereitet, wie Bezirkshauptmann Stefan Grusch sagt: „Das Szenario Atomunfall ist von uns mit allen Sicherheits- und Rettungsorganisationen schon etliche Male geübt worden. Es gibt auch entsprechende Katastrophenpläne für die Maßnahmen, die im Ernstfall zu treffen sind.“
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