10.05.2016, 20:57 Uhr

TschirgArt Jazzfestival Imst 2016 - Taj Mahal Trio, Bobby Kimball, Kuntner&Deimbacher u. Möltner

IMST(alra). Als starker Einstieg in den blueslastigen Abend erwiesen sich Kuntner&Deimbacher. Für den Auftritt in Imst brachten Christoph Kuntner (guitar,vocal) und Christian Deimbacher (harmonica), die sich 2015 zu einem modern roots blues Duo formierten, den jungen Bassisten Fabian Möltner als Verstärkung mit. Die Drei vertraten sehr überzeugend den ursprünglichen, puren und groovelastigen Blues, dem Kuntner mit seiner vollen Stimme noch eine besonders gefühlvolle Aussage verlieh.

Richtig gut eingestimmt folgte dann der Hauptact des Abends, die Blueslegende Taj Mahal betrat in der Trioformation die Bühne. Der 1942 geborene Musiker versteht es durch seine offene Haltung zur Bluestradition das Genre über Generationen hinweg stilistisch frisch zu erhalten. Ein sehr kurzweiliges Konzerterlebnis, das neben den vielseitigen Qualitäten des Altmeisters auch den lockeren Entertainer zeigte, unterhielt die Zuhörer bestens. Immer ein Lächeln, eine Grimasse oder einen lockeren Spruch auf Lager, gelang es dem Musiker trotzdem exakt und unaufdringlich virtuos an Gitarre, Banjo, Klavier und Gesang zu punkten. Taj Mahal nimmt etwas von der Schwere aus dem Blues und erzählt die musikalischen Geschichten facettenreich und mit sehr viel Frische. Selbst ein technisches Problem beim Wechsel ans Klavier brachte den Altmeister nicht aus der Ruhe und schon gar nicht aus seiner positiven Stimmung. Taj Mahal gehört mit Sicherheit nicht zu den verbissenen Musikern, er muss nichts beweisen und tut es gerade deshalb mit coolem, souveränen Understatement doch. Der Mann versteht es seine Soli geschickt zu dosieren und das Publikum genoss sichtlich das Eintauchen in den stilistisch gut komponierten Mix, der eine Vielfalt von Raggae bis hin zu traditionellen karibischen Elementen verschmelzen ließ. Bill Rich voll konzentriert am Bass und Kester Smith, dessen variables Spiel den Kennern viel Freude bereitete, rundeten die Show des zeitlosen Bluesbotschafters perfekt ab und hinterließen ein durch und durch begeistertes Bluespublikum.

Zu später Stunde vollzog sich mit Bobby Kimball, dem ehemaligen TOTO Sänger noch ein genretechnischer Wechsel. "The very best of Toto" lautet das Programm mit dem Kimball mit der 6-köpfigen Formation von MEN BEHIND auf Kurztour ist. Der 69-jährige Sänger, der zweifellos die großen Totohits geprägt hat und somit zum Gesamterfolg der Band einen starken Beitrag leistete, tat sich schwer an die anspruchsvollen gesanglichen Anforderungen der TOTO-Ära anzuknüpfen. Besonders die Höhen, die Kimballs Gesang über Jahrzehnte definierten, bereiteten dem Sänger, dessen Hörfähigkeit nach 40 Jahren Bühnenlautstärke beeinträchtigt ist, Probleme. Mit Songs wie "A million miles away" oder einigen Coversongs, zu denen er sich selbst am Klavier begleitete, kam der 6-fache Grammygewinner wesentlich besser zurecht. MEN BEHIND bot eine kompakte Leistung und setzte die komplexen Arrangements der Originalband durchaus versiert um. Ein sehr kleines Publikum war mit dem Wiedererkennungswert der Klassiker, wie "Africa" und "Rosanna" zufrieden und harrte bis zum letzten Song des Konzertabends und zugleich dem ersten TOTO-Hit "Hold the Line" durch.
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