27.04.2016, 15:55 Uhr

30 Jahre Tschernobyl

Wien: Wien |

30 Jahre nach dem Supergau im AKW Tschernobyl (Ukraine) sind gesundheitliche Probleme auch bei uns noch Thema

Ich selbst bin Tschernobylopfer, hatte ich doch 1990 Krebs welcher auf Tschernobyl zurückzuführen ist. Damals 1986 als Tschernobyl in die Luft flog, leistete ich gerade meinen Präsenzdienst und war trotz Strahlengefahr viel in der Natur unter anderem zur Grundausbildungsabschlussübung in Bruckneudorf.

Beim Bundesheer nahm man damals kaum Rücksicht auf Strahlengefahr und die möglichen Erkrankungen dadurch!?
Sicher haben viele Präsenzdiener und auch Soldaten welche damals im Dienst waren später gesundheitliche Probleme bekommen.
Ich jedenfalls musste 4 Jahre später ins Krankenhaus und bekam die Diagnose „Willms Tumor“ in der rechten Niere!
Einen Tag später war ich die Niere in einer stundenlange Operation los, doch ob der als inzwischen bösartig bestätigte Tumor weitere Probleme machen würde in Form von weiteren Tumoren war unklar.

So wurde eine leichte Chemotherapie gemacht, welche meinen Magern und auch Kreislauf angriff, doch Haarausfall udgl. Blieb mir erspart! Im Gegensatz zu meinem Bruder, welcher ebenso an Krebs erkrankte und nach aggressiver Chemotherapie für immer schwer behindert blieb. Knochenerweichung und Haarausfall, Kreislaufprobleme und Magenprobleme inklusive! So gesehen hatte ich mit dem Nierentumor Glück und bekam nicht wie mein 6 Jahre älterer Bruder Lymphdrüsenkrebs!

So erholte ich mich nach und nach, sodass ich nach einem schweren Jahr auch wieder leichte Arbeiten machen konnte, doch der Kreislauf spielte & spielt weiter nicht mit, sodass ich an zu niedrigem Blutdruck leide und auch ab und zu Nierenproblemen, außerdem trug ich eine Jodallergie davon, trotzdem gelte ich als geheilt, worüber ich froh bin (!), anderen erging es leider nicht so und so gibt es tausende Österreicher und Mitteleuropäer, welche unter schwereren Folgen nach Tschernobyl leiden.
Selbst Neuerkrankungen können noch auf die Strahlenbelastung zurückgeführt werden, je nach Wohn- oder / und Arbeitsort des Patienten!
Dies bestätigen Studien und Aussagen von namhaften Ärzten aus ganz Europa.

Wir können froh sein, dass 1973 nach einer Volksabstimmung in Österreich kein AKW in Betrieb ging (Zwentendorf bei Tulln) und auch keines in Betrieb gehen kann, da damals ein Atomsperrvertrag mit entsprechendem Gesetz beschlossen wurde, sehr zum Ärgernis der damaligen Politiker und der Atomlobby. Sie Probergierten stets die Atomkraft als besonders sicher – das Ergebnis sah man ja 13 Jahre später mit Tschernobyl!!

Aber gescheiter ist man trotzdem nicht geworden und so gibt es weltweit unzählige AKW’s, welche auch immer wieder Probleme machen, wenn gleich sie nicht in die Luft gingen / gehen, aber trotzdem.
Selbst das explodierte AKW Fukushima in Japan lässt kaum einen Staat darüber nachdenken endlich die Atomkraft gegen erneuerbare Energie auszutauschen!?

Müssen noch mal tausende Menschen sterben und erkranken, damit man endlich begreift, dass Atomenergie und alles was mit Atomtechnologie zu tun hat nur tödlich ausgehen kann?! …


Bild: Global 2000 (c) 2016

Ein weiterer Beitrag zum Thema von Global 2000:
https://www.global2000.at/torch-der-andere-bericht-%C3%BCber-tschernobyl?utm_source=NL20160307&utm_medium=Newsletter&utm_campaign=G2NL
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elisabeth pillendorfer aus Korneuburg | 27.04.2016 | 16:21   Melden
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Kurt Nöhmer aus St. Veit | 27.04.2016 | 20:06   Melden
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Hannelore Zibar aus Landstraße | 27.04.2016 | 23:26   Melden
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Erich Weber aus Margareten | 28.04.2016 | 12:17   Melden
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