31.05.2016, 17:00 Uhr

AK-Präsident: "Wir messen Politiker an ihren Handlungen"

Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach: "Auch Unternehmer müssen soziale Verantwortung übernehmen." (Foto: Helge Bauer)

Der Kärntner AK-Präsident Günther Goach erwartet sich von den neuen Köpfen Impulse für die Arbeitnehmer.

KÄRNTEN. (gel). "Wohlwollend" nimmt der Präsident der Kärntner Arbeiterkammer die "neuen Verhältnisse" in der Bundesregierung zur Kenntnis. Allerdings: "Köpfe allein helfen aber nicht", sagt Günther Goach. "Wir orientieren uns nach dem, was eine Regierung für die Arbeitnehmer tut." Und gebe es noch immer die bekannten Probleme. Goach erwartet sich Impulse für "Arbeitsmarkt, Einkommen und Bildung".
Vor allem die Bildung von Arbeitnehmern und Kärntnern, die es einmal werden, liegt dem AK-Präsidenten am Herzen. "Wir sind mitten im Wandel", spricht er die Digitalisierung der Arbeitswelt und die "Industrie 4.0" an. "Ich sehe große Aufgaben für Einrichtungen – vom Kindargarten bis zur Uni."

Projekte mit Kärntner Betrieben

Mit "bfi" und Arbeitsmarktservice hegt Goach einen konkreten Plan: "Ausbildung nicht nur in Schulungen, sondern in direkter Kooperation mit Betrieben." Mehrere Projekte seien in Vorbereitung; bereits im Juni soll es los gehen. Goach: "Der zweite Arbeitsmarkt ist wichtig, aber der erste ist entscheidend."
Auf dem Arbeitsmarkt in Österreich ortet Goach "Fehlentwicklungen". "Wir brauchen offene Grenzen mit Regeln, damit die EU nicht Schiffbruch erleidet", sagt er. Die Forderung: "Die Entsenderichtlinien gehören refomiert; es braucht Zugangsnormen, wer zu uns herein darf." Denn: Unternehmen würden unter Preisdruck kommen."
Soziale Verantwortung fordert er aber auch von Unternehmern ein. "Wenn jemand mit 55 Jahren nach 35 im Betrieb an die frische Luft gesetzt wird, ist das mehr als inhuman", spricht Goach "ein konkretes Vorkommnis" an. "Kein Einzelfall." Eine "alte Forderung": "Kündigungsschutz nach einem Arbeitsunfall wäre das Mindeste."

Zur Sache - Kärntner Arbeitsmarkt in Zahlen

Heuer wird die österreichische Wirtschaft um rund 1,5 Prozent wachsen.

Die Investitionen von Unternehmen machen nur mehr fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. 2010 waren es noch zehn Prozent.

Das Bruttoregionalprodukt je Einwohner beträgt in Kärnten 32.000 Euro. In Österreich sind es 38.000.

Die Kaufkraft in Kärnten beträgt nur 94 Prozent des österreichischen Durchschnitts.

Die Arbeitslosenquote in Kärnten betrug im April 11 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeit bis 25 Jahre ist zuletzt um sechs Prozent gesunken, bei den Jungen bis 19 Jahre sogar um 14,8 Prozent.

Es gibt mehr offene Lehrstellen – um 9,3 Prozent – als vergangenes Jahr.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen hat im April um 2,1 Prozent zugenommen.
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