09.08.2016, 17:00 Uhr

Viele Maßnahmen für ein Ziel in Kärnten

Seit zwei Monaten im Einsatz: Markus Bliem koordiniert Maßnahmen zu strategischen Landesentwicklung (Foto: LPD)

Markus Bliem leitet das Büro für strategische Landesentwicklung in der Kärntner Landesregierung. Kärntner können sich mit Ideen beteiligen.

KÄRNTEN. Markus Bliem war Chef des Instituts für Höhere Studien in Kärnten, seit zwei Monaten leitet er nun die strategische Landesentwicklung in der Regierung. "Wirtschaftsforschung bleibt immer Beratung", begründet er seine Bewerbung, "jetzt kann ich einen Beitrag leisten, etwas zu verbessern." Seine Hauptaufgabe sieht Bliem nun in der Steuerfunktion, wenn es um langfristige Projekte in Kärnten geht.

Mehr "Verbindlichkeit" bei Maßnahmen in Kärnten

"Es mangelt nicht an Anzahl und Qualität von Konzepten", analysiert er. Tatsächlich mangle es aber an Abstimmung zwischen einzelnen Verantwortlichen. Und: "Es fehlt oft auch die Verbindlichkeit – Projekte brauchen einen Kümmerer." Dafür will Bliem nun sorgen. "Prozesse sollen transparent und nachvollziehbar werden", plant er Straffung in der Umsetzung und kontrollierbare Ergebnis-Orientierung. "Wir müssen jederzeit wissen, wo wir in der Abwicklung stehen."

Beteiligung der Kärntner

Neben den vorhandenen Konzepten sollen auch Kärntner Initiativen die Chance auf Unterstützung ihrer Projekte bekommen. Die Hilfe soll so weit reichen, dass Projekte so reifen, damit sie zum Beispiel von KWF förderbar werden. "Es gibt bereits Anfragen", so Bliem.
Der Unterstützung voran geht aber eine Klärung, ob Initiativen in die Strategie des Landes – der von Peter Fercher maßgeblich erstellten "Strale 2025" – passt. "Maßnahmen müssen einen erkennbaren Beitrag zu den gesteckten Zielen leisten", so Bliem.
Auf kurzfristige Effekte ist Bliem nicht aus; die Strategie zielt auf langfristige Entwicklungen ab. Allerdings: "Maßnahmen müssen nächstes Jahr schon Ergebnisse zeigen – das erfordert ein Umdenken."

Bekannte Kärntner Probleme

Die Problemstellungen des Landes sind hinlänglich bekannt: von Abwanderung über Migration und Zuzug in den Zentralräumen bis hin zu Armutsgefährdung und geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Eine seiner Hauptaufgaben sieht Bliem in der Koordination von Maßnahmen, die bereits im Gange sind. "Es gibt bereits Best-Practice-Beispiele", will er Initiativen vernetzen. "Niemand muss denselben Fehler ein zweites Mal machen." Selbst informiert sich Bliem auch in anderen Bundesländern über erfolgreiche Maßnahmen und funktionierende Strukturen. "Was woanders gut funktioniert, kann für Kärnten nicht ganz falsch sein", ist er überzeugt.
Ein wichtiges Vorhaben von Bliem ist der gezielte Einsatz von Ressourcen. "Ich arbeite eng mit den Fachabteilungen zusammen und nutze das Wissen in der Landesverwaltung", kündigt er an. Gute Vernetzung vorhandener Experten und straffe Prozesse sollen auch ein Beitrag zur Verwaltungsreform sein.
Zusätzlich will Bliem Strategiebeiräte aus verschiedenen Bereichen des Landes zusammenstellen. "Ich plane jedes Jahr in ein, zwei Themen als Impulsgeber zu fungieren", kündigt er an. Die Beiräte sollen das Thema diskutieren und Handlungsempfehlungen abgeben.
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