09.08.2016, 12:30 Uhr

Nachdenkprozess bei den Tiroler Schützen

Landeskommandant Fritz Tiefenthaler hofft auf rege Beteligung der Tiroler Schützenkompanien. (Foto: Gstraunthaler)

Tirols Schützen starten einen Reflexionsprozess. Darüber sprachen wir mit Landeskdt. Fritz Tiefenthaler.

Die 235 Schützenkompanien sind ab Herbst aufgefordert, über die Schützenwerte mit nachzudenken. Sollte daraus ein neues Bild über die Tiroler Schützen entstehen?
Fritz Tiefenthaler: „In erster Linie geht es um den Weg. Es geht darum nachzudenken, Werte zu definieren, zu hinterfragen, aber auch zu bestätigen. Ich betrachte das wie eine Bergtour, wo man auch Markierungen braucht, um das Ziel zu finden. Und diese Markierungen sehe ich auch für die Arbeit der Tiroler Schützen für die Zukunft.“

Die Treue zur Heimat und zur Tiroler Tradition wird aber wohl weiterhin an oberster Stelle zu finden sein?
„Das ohne Frage. Und es geht auch nicht darum, neue Grundsätze zu finden, sondern diese Grundsätze der Zeit entsprechend zu formulieren. Es braucht nicht nur Schlagworte, sondern auch eine umfassendere Definition. Wir haben bereits vor 15 Jahren den Begriff ‚Heimat’ entsprechend aufgearbeitet, auch der Zugang zu neuen religiösen Konfessionen wurde erarbeitet.

Welche neuen Aufgaben könnten in Zukunft auf die Kompanien zukommen?
„Das möchte ich ganz offen lassen, ich möchte hier nichts vorgeben. Das ist auch der Sinn eines ‚offenen Forums’. Die Mitglieder sind aufgerufen, ihre Ideen einzubringen und in den geplanten Viertel-Bildungsveranstaltungen mit den Interessierten zu besprechen. Daraus wird eine Steuerungsgruppe versuchen, diese Ideen zu bündeln. Der Bundesausschuss wird daraus versuchen, ein Grundsatzdokument zu schaffen. Dieses sollte dann die Arbeit der Kompanien in Zukunft erleichtern und fördern.

Der Bund der Tiroler Schützenkompanien hat über 17.000 Mitglieder. Wie werden die in den Entscheidungsprozess eingebunden?
„Grundsätzlich werden alle Mitglieder aufgerufen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Pro Kompanie werden zwei Schützen und zwei Offiziere an den Viertelveranstaltungen teilnehmen. Die Führungsmannschaften in den Kompanien sind schon gefordert, die geeigneten Leute zu nominieren.“

Bis wann ist mit dem Endergebnis zu rechnen?
„Die Ergebnisse werden im Herbst 2017 in einer außerordentlichen Bundesversammlung präsentiert. Herbst deswegen, um die Wahl der Bundesversammlung im Frühjahr 2017 nicht zu überschneiden.“

Tirols Schützenwesen

• 235 Kompanien im Bund der Tiroler Schützenkompanien
• 17.382 Mitglieder insgesamt
• 11.556 Schützen und 1.045 Marketenderinnen
• 1.240 Jungschützen und 443 Jungmarketenderinnen
• 3.098 weitere Mitglieder (aktive, inaktive und außerordentliche)
• 4.730 Schützenkalender wurden für 2016 ausgeliefert
• 9.873 Schützenzeitungen werden pro Ausgabe an Abonnenten verteilt
• 2.062 Anträge wurden in der Bundeskanzlei im vergangenen Jahr erledigt
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