08.03.2016, 11:45 Uhr

Keine 'tickenden Zeitbomben'

Unterkunftgeber Leopold Edy (rechts) berichtete von positiven Erfahrungen mit Asylwerbern. (Foto: V. Strohner)

In hitziger Atmosphäre stellten sich Gemeindeführung, Polizei und ein Vertreter des Landes den Rainfeldern.

RAINFELD. Der Strom der ankommenden Menschen wollte einfach nicht enden.
Nein, wir sprechen hier nicht von Flüchtlingen, sondern von "echten" Rainfeldern, die Montagabend den Saal im Gasthof Engl-Zöchling stürmten. Bürgermeister Johann Gastegger, Asylwerber-Unterkunftgeber Leopold Edy, St. Veits Polizeipostenkommandant Robert Millecker und Christoph Planitzer von der NÖ Landesregierung standen den über 120 Interessierten Rede und Antwort. Wie erwartet war die Stimmung von Beginn an aufgeheizt. "Massenquartiere sind eine tickende Zeitbombe. Deshalb sind wir bemüht, Flüchtlinge in kleineren Unterkünften unterzubringen. Zudem haben Familien Vorrang, da diese leichter zu integrieren sind", berichtete Bürgermeister Johann Gastegger.

Insgesamt 35 Asylwerber
Derzeit sind 35 Asylwerber in der Gemeinde St. Veit untergebracht. Nicht viele in einem fast 4.000 Einwohner zählenden Ort. Das Problem: Fast alle sind in der Katastralgemeinde Rainfeld (834 Einwohner) untergebracht. Viele Bürger sehen darin ein Problem. "Rainfeld ist eindeutig an der Grenze des Erträglichen angelangt", meinte ein Gast. Bei der geplanten Unterbringung von 27 weiteren Asylwerbern in der Marienhütte legte der Ortschef sein Veto ein. Dies könne jedoch von der Landesregierung im Bedarfsfall übergangen werden, wie Christoph Planitzer vom Land Niederösterreich bestätigte. Unterkunftgeber Leopold Edy erklärte in einer sehr emotionalen Rede seine Beweggründe, sich für Flüchtlinge einzusetzen und berichtete von seinen bisherigen positiven Erfahrungen. "Die Familien sind traumatisiert und für jede Kleinigkeit dankbar." Ein Problem sei die kurzfristige Integration: "Vor allem Kinder freunden sich rasch mit Klassenkameraden aus Österreich an. Doch Rainfeld ist von den Eltern nicht als neue Heimat vorgesehen. Sie wollen am liebsten natürlich wieder heim und wenn das durch den Krieg nicht möglich ist, möchten sie in größere Städte in Europa ziehen", so Leopold Edy.
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