12.08.2016, 11:20 Uhr

BHS Linz vernetzen Spital und Selbsthilfegruppen

Wöchentlich treffen sich Selbsthilfegruppen bei den Barmherzigen Schwestern. (Foto: BHS Linz)

Über eine eigene Selbsthilfekontaktstelle sind Selbsthilfegruppen, Patienten und Angehörige im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz als Partner integriert.

Mitglieder von Selbsthilfegruppen (SHG) sind Experten in eigener Sache. Sie kennen beide Seiten – Krankenhaus und Privatumfeld, professionelle Spitalsbetreuung und familiäre Pflege, High-Tech-Medizin und psychosoziale Nachsorge. Die Selbsthilfekontaktstelle der Barmherzigen Schwestern vernetzt seit zwei Jahren Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen und das Krankenhaus. Knapp 100 Gruppentreffen gingen in dieser Zeit über die Bühne.

Vertrautes Umfeld

Das Spital trägt auch das Gütesiegel "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus". "Die Einrichtung der Selbsthilfekontaktstelle stärkt die Spital-Patientenbeziehung ganz erheblich, weil zusätzliches Hintergrundwissen und Unterstützung, etwa durch Angehörige, gezielt integriert werden können. Viele ansonsten oft mühsam gewonnene Einzelinformationen werden nun gebündelt ausgetauscht. Das entlastet die Teams der Abteilungen. Es gibt aber auch unseren Patienten das Gefühl, stets in ein vertrautes Umfeld eingebunden zu sein und dass ihr Feedback ein gefragter Qualitätsinput für uns als Spital ist. Behandlungs- und Therapieverständnis steigen, Ängste werden abgebaut, ein Wir-Gefühl entsteht“, sagt Christian Lampl, Ärztlicher Direktor der Barmherzigen Schwestern Linz.

Intensiver Austausch

Selbsthilfebeauftragte Esther Sandrieser koordiniert alle Aktivitäten rund um die aktive Einbindung von Patienten und deren Angehörigen. Aktuell nutzen bereits 14 Selbsthilfegruppen das Spital als Kommunikationsknoten, wo ihnen Räumlichkeiten, organisatorische Unterstützung und viele Netzwerkkontaktpunkte zur Verfügung stehen. Auch in der Kommunikation unterstützt die Selbsthilfe-Kontaktstelle mit Newslettern, Einladungen und Programmen sowie einem Infobereich auf der Krankenhaushomepage. Rund 50 Gruppentreffen mit über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es 2015. In der ersten Jahreshälfte 2016 haben sogar schon 34 diesbezügliche Veranstaltungen stattgefunden. Dort gibt es sowohl einen gruppeninternen Austausch in vertraulichem Rahmen als auch ein breites Angebot an interessanten Themen, wobei Experten aus dem Haus oder aus dessen Netzwerk als Vortragende und „greifbare“ Ansprechpartner organisiert werden. Medizinische Fragen stehen dabei genauso am Programm wie das Erlernen verschiedener Entspannungstechniken oder interessante Exkursionen und Freizeitaktivitäten.

Innovative Projekte

In den Gruppen und durch Kooperation mit dem Spital entstehen immer wieder Projekte. "Mit ,LEBE! Mit Diagnose Brustkrebs' ist etwa vor kurzem eine neue SHG-Homepage für Brustkrebspatientinnen ans Netz gegangen. Ein anderes Highlight war sicher auch der in Zusammenarbeit mit der SHG Darmkrebs abgehaltene Kommunikationstag Onkologie Ende Juni 2016 in unserem Festsaal. Dabei stand erfolgreiches Kommunizieren beim so schwierigen Thema Krebs für alle Berufsgruppen, die mit den betroffenen Patienten zu tun haben, im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wurde von interessierten Kolleginnen und Kollegen geradezu gestürmt“, freut sich Sandrieser.

Angebote für Krebspatienten

2015 wurde im Rahmen eines initiierten Patientenbeirates ein Fragebogen ausgearbeitet, um Wünsche und Anliegen der Patienten des Zentrums für Tumorerkrankungen während der Zeit ihrer Behandlung zu erfassen und diese bei der Optimierung onkologischer Behandlungsabläufe zu integrieren. Wichtige Knotenpunkte sind neben den krankheitsspezifischen Selbsthilfegruppen auch das Angehörigencafe und der Onkotreff, welche in die hauseigene Krebsakademie eingebunden sind. Diese beiden Angebote wenden sich an alle Krebspatienten – auch an jene, die nicht im Haus behandelt werden – und deren Angehörige.
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