17.03.2016, 00:00 Uhr

Auf dem Bambus-Esel unterwegs durch Europa

Als "ökologische Botschafter" machen sich Ewa Gruszyk und Roland Kloss mit dem Bambusrad auf dem Weg durch Europa. (Foto: Crossover)

Auf einem selbstgebauten Tandem wollen Ewa Gruszyk und Roland Kloss Europa bereisen und mehr Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität schaffen.

Eine sechs Monate lange Reise soll Ewa Gruszyk und Roland Kloss über 6000 Kilometer und durch 15 Länder führen – auf einem selbstgebauten Tandem aus Bambus. Mit ihrer Tour wollen die gebürtige Polin und der Linzer Menschen fürs Radfahren begeistern. Dafür haben die beiden Raumplaner, die sich beim Studium in Wien kennengelernt haben, in rund 70 Arbeitsstunden ein Bambusrad gebaut. "Es ist spannend, sein eigenes Fahrrad individuell zu bauen. Wir haben uns zuvor nie wirklich mit Fahrradmechanik beschäftigt. Jetzt wissen wir, dass sich eigentlich jeder sein eigenes Fahrrad machen kann. Das Gefühl, auf einem eigens gebauten Bambusesel zu sitzen ist einfach unglaublich", sagt Kloss.

Ökologische Bauweise

Die stabilen Rohre der holzigen Graspflanze sind das ideale Material für Fahrräder im Eigenbau. "Das Rad ist sehr stabil, torsionssteif und man ist zu zweit einfach schneller." Während Rahmen aus Stahl oder Kohlefaser bei Produktion und Transport mehr als fünf Kilogramm CO2 freisetzen, ist der Bambusrahmen klimafreundlich: Er bindet rund 0,5 Kilogramm mehr CO2 als bei Produktion und Transport entstehen.

Städte fahrradfreundlicher machen

Mit ihrer Tour, die im April starten soll, wollen die beiden nicht nur aufzeigen, wie vielfältig, lustvoll und nachhaltig Radfahren sein kann. Ziel ist es, ein Netzwerk zwischen Städten aufzubauen, um diese fahrradfreundlicher zu machen. "100 Jahre autogerechte Stadtentwicklung hat Städte zu verpesteten Raucherlungen gemacht. Es gibt nichts, was für Städte und Menschen heilsamer ist, als mehr Fahrrad zu fahren. Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs und der Emissionen wird durch den Autoverkehr verursacht. Mehr Fahrradfahren bedeutet weniger Unfälle, gesündere und attraktivere Städte, mehr regionale Wertschöpfung, mehr Platz für Grün und soziale Begegnungsräume", sagt Kloss.

Neues Statussymbol

Die Reise wird die zwei Bambusradler von Österreich bis zum Schwarzen Meer und wieder zurück führen. Dabei werden sie auf der über 6000 Kilometer langen Route im Vergleich zum Auto mindestens 1500 Kilogramm an CO2-Emissionen einsparen. "Wir wollen vor allem osteuropäische Länder bereisen. Dort war das Fahrrad vor der politischen Wende bereits als leistbares Verkehrsmittel etabliert. Heute ist dort das Auto das Statussymbol schlechthin." Für die beiden Raumplaner ist eine fahrradorientierte Stadtplanung die Lösung, um in Zeiten zunehmender Platz- und Feinstaubprobleme wieder mehr Lebensqualität in Städten zu schaffen. Wieder zuhause, wollen Kloss und Gruszyk in Kontakt zu anderen Planern, Entscheidungsträgern und Fahrrad-Aktivisten treten, Workshops und Vorträge organisieren und eine grenzüberschreitende Verbindung herstellen.

Via Crowdfunding werden noch Unterstützer für das Projekt "Crossover" gesucht. Mehr Infos gibt's auf www.tandem-crossover.eu
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