11.05.2016, 20:14 Uhr

Festakt „70 Jahre AK Oberösterreich in der II. Republik“ ganz im Zeichen künftiger Herausforderungen an die Arbeitnehmer

Sozialminister Alois Stöger, der mit der AK OÖ und ihrer Entwicklung eng verbunden ist, schilderte viele persönliche Erinnerungen – etwa als er als Gewerkschaftssekretär bei den Betriebsschließungen von Philips in Gmunden oder Redtenbacher in Scharnstein von der AK große Unterstützung für die Beschäftigten bekam. Sein Blick in die Zukunft sei von derzeit 425.000 Menschen ohne Arbeit geprägt: „Die Wirtschaft ist derzeit dadurch gekennzeichnet, dass nicht investiert wird."
Linz: Arbeiterkammer OÖ | Der 11. Mai 1946 war ein denkwürdiger Tag für die oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen, denn heute vor genau 70 Jahren konstituierte sich die erste Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) in der II. Republik.

In einem Festakt gedachte die AK der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sozialminister Alois Stöger, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Thomas Stelzer, der Linzer Bürgermeister MMag. Klaus Luger und AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer widmeten sich in ihren Statements den künftigen Herausforderungen an die Beschäftigten und die Arbeitnehmervertretungen. Auch der emeritierte Bischof Dr. Maximilian Aichern nahm am Festakt teil.

Weil das AK-Gebäude nach dem Krieg in Schutt und Asche lag und erst später wieder aufgebaut wurde, fand die allererste Sitzung der AK OÖ im Alten Rathaus in Linz statt. Die folgenden 70 Jahre waren nach Ansicht aller vier Festredner eine Erfolgsgeschichte für die oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Der Schutz der Beschäftigten, das Arbeitsrecht und der Konsumentenschutz wurden auf Basis der Expertise der AK ausgebaut. Die Mitglieder erhalten bei der AK kostenloses Know-How und bei Bedarf auch kostenlose Rechtsvertretung durch anerkannte Top-Juristinnen/-en. Und die österreichische Form der Sozialpartnerschaft hat wesentlichen Anteil daran, dass Österreich zu den zehn wirtschaftlich reichsten Ländern der Erde gehört.

Erinnert wurde auch an heute selbstverständliche Leistungen wie Sozialversicherung, Lehrlingsausbildung, Mitbestimmung in den Betrieben, Karenzgeld, 40-Stunden-Woche, Gleichbehandlungsgesetz und den Schutz von Leiharbeitskräften.

Kern der Referate war aber die Zukunft der Arbeitnehmer/-innen und der AK: „Die guten Imagewerte der AK sind für uns keine Ruhekissen, sondern ganz im Gegenteil ein Auftrag noch besser zu werden“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „Denn in ganz Europa werden Arbeitnehmervertretungen in Frage gestellt und große Institutionen in Zweifel gezogen.“

Künftig werde es einen Kampf zwischen Verteilungsgerechtigkeit und Kapitalkonzentration geben, einen Kampf um Steuergerechtigkeit und einen massiven Strukturwandel in der Wirtschaft – Stichwort Industrie 4.0. „Das ist sicher die zentrale Herausforderung. Wir wollen diesen Prozess positiv begleiten und auch die Chancen und Möglichkeiten dieser Entwicklung sehen“, betonte Kalliauer.
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lieselotte fleck aus Simmering | 11.05.2016 | 20:33   Melden
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Ivica Stojak aus Linz | 11.05.2016 | 21:38   Melden
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