19.04.2016, 12:22 Uhr

Reinprechtsdorfer Straße: Startschuss zur Neugestaltung

"Die guten Geschäfte von einst sind heute verlassen und unansehnlich - aber der niveauvolle Handel wird zurückkehren", ist Rosina M. überzeugt

Bürgerbeteiligung ist abgeschlossen. Größter Wunsch: Weniger Verkehr.

MARGARETEN. Insgesamt 8 Werkstätten hat es zur Neugestaltung der Reinprechtsdorfer Straße gegeben. Nun ist das Bürgerbeteiligungsverfahren abgeschlossen. Alle Ideen, Wünsche und Vorschläge konnten eingehend mit den Verkehrsplanern der Firma Traffix diskutiert und als Input der Bürger für die weitere Planung zusammengefasst werden. "Es ist genau diese Arbeit, die sehr hoch geschätzt wird, weil die Behörden so erfahren, welche Veränderungen von der Bevölkerung gewollt werden", erklärt Verkehrsplaner Andreas Käfer. Nun ist die Stadt am Zug.

Gemeinsam mit der langjährigen Margaretnerin Rosina M. wagt die bz einen Blick in die Vergangenheit und Zukunft der Reinprechtsdorferstraße:
"Ich wohne seit über 30 Jahren im 5. Bezirk. Früher gab es entlang der Reinprechtsdorfer Straße viele namhafte Geschäfte. Meinl, Gazelle, Kaindl, eine wirklich gute Bücherei, Elektrogeschäfte und Viele mehr. Aber die haben alle zugemacht, weil ein gewisses Niveau im Bezirk verschwunden ist", erzählt Rosina M. Das Angebot ist schlechter geworden und man ging zum Einkaufen in andere Bezirke. Dies mag daran gelegen haben, dass ein Teil der älteren Bevölkerung in Margareten weggezogen oder auch gestorben ist und die Jungen ein anderes Kaufverhalten erzeugt haben.

Mehr Geschäfte und weniger Verkehr

Auch in den Bürgerinnen-Workshops hat sich gezeigt, dass es den Menschen in Margareten wieder um eine Belegung der einst prächtigen Einkaufsstraße geht. Gleichzeitig wünscht man sich in Sachen Verkehr eine Beruhigung im Bezirk. "Da ich nicht direkt in der Reinprechtsdorfer Straße wohne, kenne ich die Lärmentwicklung nicht. Weniger Autos in der Stadt wären aber sicher keine schlechte Idee. Früher hat der Verkehr dem Handel aber nicht geschadet - das eine schließt das andere also nicht aus", so Rosina M.

Da es sich bei der Reinprechtsdorfer Straße um eine wichtige Ader im Wiener Verkehrsnetz handelt, kann der Wunsch nach einer Fußgängerzone nicht erfüllt werden. Die Optimierung der Buslinien und Ampelphasen ist aber sehr wohl ein Thema. Sicher ist bereits: es wird eine U-Bahn-Station "Reinprechtsdorfer Straße" geben. Damit wird Margareten noch besser an den öffentlichen Verkehr angebunden. "Es kommen ja schon jetzt viele interessante Menschen in den 5. Bezirk - doch eher nur in den Teil hin zu Wieden. Dort gibt es tolle Restaurants und Geschäfte. Die Reinprechtsdorfer Straße stellt da eine magische Grenze dar, die bisher noch nicht überschritten wurde. Wenn das passiert, dann wird auch die Einkaufsstraße wieder einen Aufschwung erleben", ist Rosina M. überzeugt. Die Zukunft der Reinprechtsdorfer Straße liegt also auch in der gesamten Entwicklung des 5. Bezirks.

Alle Informationen zum Beteiligungsverfahren gibt es auf https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/reinprechtsdorfer-strasse/index.html
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