11.04.2016, 14:35 Uhr

FPÖ und RFJ fordern Deutsch als alleinige Pausensprache

Nur noch Deutsch in der Pause – das ist die Forderung des Rings Freiheitlicher Jugend. (Foto: Archiv)

FPÖ fordert Deutschpflicht in den Schulpausen – die Schulen halten von dieser Maßnahme wenig

BEZIRK. Beim FPÖ-Landesparteitag haben die Delegierten einstimmig einen Antrag des Ringes Freiheitlicher Jugend (RFJ) angenommen, in dem „Deutsch als Pausensprache“ verlangt wird.

Minus für Fremdsprache
„Es kann und darf nicht sein, dass ausländische Schüler in einer burgenländischen Schule in ihrer Heimatsprache sprechen“, so RFJ-Landesobmann Werner Wassicek.
Im Falle einer Nichteinhaltung fordert Wassicek Maßnahmen wie „ein Minus oder einen Klassenbucheintrag.“
„Wir leben gut damit“
„Wir leben in Neudörfl mit Migration bereits seit 25 Jahren. In unserer Volksschule hat beinahe ein Drittel unserer Kinder Migrationshintergründe“, spricht Direktorin Luzia Eitzenberger über die Verhältnisse in der VS Neudörfl. „Damit leben wir schon lange und können damit umgehen – Probleme gibt es keine!“

„Sind es gewohnt“
Von der Forderung „Deutsch als alleinige Fremdsprache“ hält die Pädagogin nicht viel: „Wir werden den Kindern keinesfalls verbieten, ihre Muttersprache zu sprechen. Aber grundsätzlich regen wir schon an, Deutsch zu sprechen – das verfolgen wir jedoch nicht.“ In der Volksschule Neudörfl ist das Thema Migration Alltag. „Natürlich schafft das eine gewisse Mehrarbeit, aber wir gehen damit um, wir sind es gewohnt“, erklärt die Direktorin. Selbiges hört man auch aus anderen Volksschulen im Bezirk, wo sich die Kinder bemühen und sehr viel Deutsch sprechen, das Lehrpersonal darauf achtet, es jedoch nicht erzwingt. „Egal welcher Muttersprache – die Kinder spielen miteinander, wir haben keine Probleme“, hört man aus einer anderen Volksschule im Bezirk.

Forderung nicht neu
Neu ist diese Forderung keineswegs. Schon vor rund drei Jahren hat die FPÖ-Jugendorganisation Deutschpflicht in der Schulpause gefordert – damals wurde die Forderung vom Landesschulrat als „absurd“ eingestuft. Jetzt, wo die Forderung in Oberösterreich und in der Steiermark ernsthaft diskutiert wird, wolle man dies laut Werner Wassicek auch im Burgenland tun.

Rechtlich überprüfen
Laut dem FPÖ-Klubobmann Géza Molnár werde die Forderung nun rechtlich geprüft und daraufhin mit dem Koalitionspartner, der SPÖ, über ihre Durchführbarkeit diskutiert. Die Idee der Forderung: Mit einer Deutschpflicht in den Schulpausen soll die Integration fremdsprachiger Schüler unterstützt und die Bildung von "Parallelgesellschaften an den Schulhöfen" verhindert werden. Denn Deutsch könne nur lernen, wer es regelmäßig spricht, so RFJ-Obmann Wassicek. Ausgenommen davon seien laut Molnár jedoch burgenländische Volksgruppensprachen.
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