08.06.2016, 11:01 Uhr

Einbruch: Schützen Sie Ihr Heim

Thomas Ollinger: "Der psychologische Schock wiegt am schwersten." (Foto: privat)

Thomas Ollinger, Geschäftsführer der Sicherheitstechnikfirma ABUS im Interview.
Interview: Eva Dietl-Schuller

NÖ. Welches sind die Schwachstellen eines Hauses in puncto Sicherheit?
THOMAS OLLINGER: Grundsätzlich sind die uneinsichtigen Stellen, wo man unbemerkt einige Minuten "werken" kann, am beliebtesten. Unangefochtene Nummer eins bei Häusern ist die Terrassentür, gefolgt von gartenseitigen Fenstern. Erst dann kommt die Eingangstür, da diese in der Regel am besten gesichert und am einsehbarsten ist.

Wie schnell können ungebetene Gäste durch diese Schwachstellen in ein Haus?
Bei herkömmlichen Fenstern oder Terrassentüren dauert dies selbst mit leichtem Werkzeug – oft nur ein dickerer Schraubenzieher – wenige Sekunden. Es wird gemeinhin unterschätzt, wie schnell sich ein Einbrecher Zutritt verschaffen kann.

Wie kann man ein Haus vor Einbrüchen sichern?
Hier gibt es zwei Philosophien: Elektronisch mit Alarm und Video, oder mechanisch. Während die mechanische Absicherung Einbrüche aktiv verhindert, schreckt eine Alarmanlage ab beziehungsweise alarmiert. Ich empfehle bei Häusern eine Kombination von Alarm und mechanischen Komponenten. An den gefährdeten Stellen, am besten verbunden mit der Alarmanlage, wir nennen dies „Mechatronik“.

Wie sichert man Türen und Fenster gegen Einbruch?
Wenn man nicht gleich beim Fenster- oder Türkauf auf Sicherheit geachtet hat – sind diese Bereiche am besten mit mechanischer Zusatzabsicherung, bei Fenstern beim Griff und auf der gegenüberliegenden Seite, bei Türen mit einem Balkenriegel, nachzurüsten.

Wie werden die passenden Sicherheitsmaßnahmen für ein Haus eruiert?
Sicherheit ist sehr individuell und hängt von der Beschaffenheit des Hauses, von der Wohnsituation und nicht zuletzt von den persönlichen Lebensgewohnheiten ab. Deswegen empfehle ich die Beratung durch einen Fachmann, der die passende Lösung gemeinsam mit dem Hausbesitzer erarbeitet.

Sind beim nachträglichen Einbau große Umbauten notwendig?
Nein, heutzutage gibt es Lösungen, sowohl im Alarmbereich als auch in der Mechanik, die eine einfache Nachrüstung ermöglichen, selbst bei großen Objekten oder komplizierten Anlagen.

Sind eine Alarmanlage und mechanische Absicherungen auch empfehlenswert, wenn es im Haus keine Wertgegenstände gibt?
Auf jeden Fall! Es besteht gemeinhin der Glaube, dass der Verlust von Wertgegenständen das größte Problem bei einem Einbruch darstellt. Studien haben unsere Erfahrung bestätigt, dass es der psychologische Schock ist, der am schwersten wiegt.
Ein Fremder im Haus, der die privaten Bereiche betritt, hinterlässt für fast jeden Menschen noch lange danach ein extrem unangenehmes Gefühl und führt in einigen Fällen sogar dazu, dass ein neues Haus bezogen wird, da man diese Emotion nicht anders verarbeiten kann.

Wie sichern Sie selbst Ihr Heim vor ungebetenen Gästen?
Ich wohne direkt am Waldrand und meine Frau ist mit unserer Tochter öfters allein zu Hause. Somit ist für uns Sicherheit ein sehr wichtiges, emotionales Thema. Eine Alarmanlage kombiniert mit mechantronischen elementen im Erdgeschoss gehören da genauso dazu wie eine stabile Eingangstür mit Mehrfachverriegelungund einer elektronischen Zutrittslösung, die mit der Alarmanlage verbunden ist. So kommt der Komfort auch nicht zu kurz.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.