01.07.2016, 11:31 Uhr

Veltlinersymposium im Reichensteinhof Poysdorf

Hochkarätige Experten mit den Hauptthemen Klimawandel und Grüner Veltliner beim Veltliner Symposium des Tourismusvereins Poysdorf mit Obmann Wolfgang Rieder (2.v.r.) (Foto: privat)

Klimaforscher Harald Rieder rüttelte beim Veltliner Symposium in der Weinstadt Poysdorf die Winzer und Weinliebhaber mit Ergebnissen der Klimaforschung auf.

POYSDORF, die Weinstadt Österreichs, veranstaltete Ende Juni das biennale Veltlinersymposium. Als Hauptreferent wurde diesmal Harald Rieder, renommierter Klimaforscher und Dozent an den Universitäten Graz und New York, geladen. Seine Ergebnisse regten Winzer und Weinliebhaber zum Nachdenken an.
Anschließend gab Roman Pfaffl den Besuchern einen umfassenden Einblick in die Entwicklung des Weinviertel DACs, bevor mit Vinothekbetreiber Erich Schreiber die besten Veltliner des Weinviertels verkostet wurden. Eine rundum gelungene Veranstaltung für alle Weinliebhaber!
Welche Auswirkungen die Klimaveränderung auf den Weinbau im Weinviertel haben könnte, wurde bis dato nur oberflächlich beleuchtet.
Die Häufung der Wetterkapriolen in den letzten Jahren ist also kein Zufall, sondern Ergebnis der durch den Menschen verursachten Umweltbelastung.
Forschungsergebnisse zeigen eine eindeutige Tendenz: Es wird weiter wärmer. In der Folge werden trockene Gebiete immer trockener, feuchte Gebiete auch weiterhin feuchter. Rieder rechnet bis zum Jahr 2100 mit 30 bis 50 tropisch-heißen Tagen im Jahr. Frosttage wiederum nehmen bis dahin deutlich ab.


Was bedeutet das für den Weinbau im Weinviertel?
Das Lesedatum hat sich bereits heute deutlich vorverlagert, wenn man die letzten 50 Jahre betrachtet. Ebenso verschiebt sich die Blütezeit nach vorne, Mostgrade entwickeln sich aufwärts, der Säuregrad nimmt ab. Bis ins Jahr 2100 rechnet Harald Rieder daher mit optimalen Bedingungen für Rotweinsorten im gesamten Weinviertel, das bis dato zu zwei Dritteln vom Grünen Veltliner dominiert wird. 


Was kann getan werden?
Um also den fruchtigen, pfeffrigen Grünen Veltliner aus dem Weinviertel auch weiterhin genießen zu können, wird es daher einer neuen Art der Bodenbearbeitung, Anbau- und Erziehungstechnik bedürfen. Dies werden unter anderem auch die Themen der nächsten Veltliner Symposien in Poysdorf sein.

Grüner Veltliner in und um Poysdorf
Ein weiteres Referat wurde von Erich Schreiber, einem Kenner vieler internationaler Grüner Veltliner, gehalten. Er arbeitete die Einzigartigkeit der Grünen Veltliner des Weinviertels im Vergleich zu anderen Regionen heraus. Der Veltliner gedeiht hier im Weinviertel in einer besonderen Bandbreite aufgrund der verschiedenen Böden und Mikroklimata - vom leichten fruchtig, spritzigen Sommerwein, über den Weinviertel DAC, welcher als der würzigste Veltliner mit seinem besonderen „Pfefferl“ bekannt ist, bis hin zu Reserven und Naturalwines. Schreiber bezeichnet den Veltliner als „Chamäleon“ unter den Weinen, der sich eben durch seine Vielfältigkeit auszeichnet.
Roman Pfaffl, der Hauptbegründer des Weinviertel DACs, zeigte anschließend die jüngsten Erfolge des Weinviertler Grünen Veltliners auf. Der Weinviertel DAC liegt auch weiterhin stark im Trend. Das bestätigen unter anderem die stetig anwachsenden Verkaufszahlen.
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