23.06.2016, 12:58 Uhr

Arbeiterkammer präsentiert Zahlen, Daten und Fakten vom Bezirk Oberwart

AK-Regionalleiter Süd Christian Drobits präsentiert mit AK-Vizepräsidentin Josefine Benin (re.) das statistische Handbuch der Arbeiterkammer.

Die Arbeiterkammer (AK) Burgenland hat ein statistisches Handbuch für das Burgenland - aufgeschlüsselt auf die Bezirke - herausgebracht.

OBERWART (kv). Darin werden sämtliche relevante Statistiken zu den Bereichen Arbeitsplatz, Wohnraum, Bildung, soziale Absicherung und Gesundheitsversorgung auf Bezirksebene angeführt. Für AK-Regionalleiter Christian Drobits stellt das Handbuch vor allem eine "wertvolle Grundlage für die Regionalpolitik" dar.

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt und vor allem das Problem der Arbeitslosigkeit sind das wichtigste Thema. Den 100.000 Beschäftigten im Burgenland stehen 10.000 Arbeitssuchende gegenüber. In Oberwart waren 2015 20.517 Menschen mit Job, 2.420 waren arbeitslos. "Auch wenn die Arbeitslosigkeit im Bezirk Oberwart in den letzten Jahren gesunken ist, so ist die Arbeitslosenrate trotzdem die höchste im Burgenland", sagt Christian Drobits. Das lege einerseits an der Grenznähe zu Niedriglohnländern, teilweise an mangelnden Qualifikationen und zusätzlich auch an fehlenden Arbeitsplätzen. In Oberwart kommen auf eine offene Stelle etwa 46 Menschen, wobei am stärksten die älteren Arbeitnehmer über 50 betroffen sind.

Facharbeitermangel

Auffällig sind auch die starken Rückgänge bei der Lehrlingsausbildung. Waren es 2001 im Bezirk Oberwart noch 271 Lehrbetriebe, sind es 2015 nur mehr 179, was einem Rückgang von 34 Prozent entspricht. "Nur den Einrichtungen Jugend am Werk oder BFI haben wir es zu verdanken, dass die Lehrausbildung "nur" um 12 Prozent rückläufig ist", sagt AK-Vizepräsidentin Josefine Benin.

Bildungsbezirk Oberwart

Die Statistik zeigt aber auch, dass Oberwart die meisten Bildungseinrichtungen hat. "Vor allem Pinkafeld hat sich als Bildungsstadt etabliert", sagt Gabi Tremmel von der AK-Interessenspolitik. Im Bezirk Oberwart gibt es 68 Schulen und 4.486 Schüler und Schülerinnen im Schuljahr 2014/15. Nichts zu vergessen die rund 800 Studierenden an der FH Pinkafeld und die Angebote der Erwachsenenbildung.

Nord-Süd-Gefälle bei Wohnkosten

Zum Thema Wohnen gibt es sowohl Zahlen zu Grundstückspreisen, Mieten sowie Eigenheimen. "Hier gibt es generell ein Nord-Süd-Gefälle, kostet die Miete in Eisenstadt rund 7,30/m2, sind es im Bezirk Oberwart etwa 5,80/m2", so Stefanie Kern.

Viele Baustellen

Decken die Zahlen die Missstände im Burgenland auch auf, so bleibt abzuwarten, ob die Politik endlich mit sinnvollen Maßnahmen gegensteuert. Probleme und Ursachen sind bekannt: zu niedrige und ungerechte Lohnzahlung, Lohndumping der benachbarten Niedriglohnländer, Unangemessenes Lohnniveau in Kollektivverträgen, zu wenig Arbeitsplätze bzw. Vollzeitstellen, zu wenig Unterstützung bei der Lehrlingsausbildung, etc. Das Burgenland hat das niedrigste Lohniveau in ganz Österreich mit durchschnittlich 1.739 Euro Bruttogehalt.

Kostenlos erhältlich

Das Handbuch "Das Burgenland und seine Bezirk in Zahlen" kann kostenlos in der AK Burgenland (02682 740) bestellt werden, steht auf der Homepage der AK als Download zur Verfügung und liegt auch in allen AK-Bezirksstellen auf.

Link: Arbeiterkammer Burgenland legt erstmals statistisches Handbuch für Arbeitnehmer auf
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