10.05.2016, 00:00 Uhr

Steig ein: „Mehr als die Hälfte pendelt“

So manche neue P&R-Anlage bleibt – mangels Zugverbindungen – ungenutzt, kritisieren Alfred Gruber und Peter Grosskopf. (Foto: privat)

Serie Teil 2: Arbeiterkammer NÖ zeigt in aktueller Studie, dass seit 2014 erstmals mehr als die Hälfte der NÖ-Arbeitnehmer pendelt.

BEZIRK. Die AKNÖ untersucht bereits seit 25 Jahren im Fünfjahresrhythmus die Entwicklung der Pendlerzahlen. Aktuell pendelt mehr als die Hälfte der berufstätigen Niederösterreicher in einen anderen Bezirk oder anderes Bundesland in die Arbeit – doppelt so viele wie bei der ersten Untersuchung. Nur ein Viertel findet einen Arbeitsplatz in der Wohngemeinde.

Lage im Bezirk

Ähnlich gestaltet sich die Lage im Bezirk Wien-Umgebung: Im Bezirk wohnen insgesamt 41.685 unselbstständig Beschäftigte. 45.267 Menschen arbeiten im Bezirk – wohnen aber nicht zwangsläufig hier. Denn nur 17,7 Prozent der wohnhaft Beschäftigten des Bezirks arbeiten auch in der Wohngemeinde, weitere 9,6 Prozent arbeiten im Wohnbezirk. Ziel Nummer Eins der arbeitenden Bevölkerung des Bezirks bleibt mit 59,2 Prozent Wien.

Anschluss teils verbesserungswürdig

So auch bei Thomas Burgess und Ilse Krätschmer, die täglich von Purkersdorf nach Wien pendeln. "Der Anschluss ist nicht schlecht, aber zu gewissen Zeiten wäre es schon verbesserungswürdig", meint Ilse Krätschmer über die Verbindung ab und bis Neupurkersdorf. Die U4-Sperre bedeuten für sie zehn Minuten Umweg, den sie jedoch in Kauf nimmt: "Es war klar, dass die U4 mal saniert werden muss." Thomas Burgess hat Glück: "Ich arbeite beim Westbahnhof – für mich macht's keinen Unterschied."

Park & Ride schnell voll

Bernhard und Anja, beide Wien-Pendler aus Pressbaum, merken vor allem seit der letzten Fahrplan-Umstellung Änderungen: "Die Züge sind seitdem schon voller, es gibt auch Züge wo man stehen muss", schildert Bernhard. "Und seit ein paar Monaten merkt man immer wieder Verspätungen. Die Kombination aus U4-Umbau und Schienenersatzverkehr ist halt nicht ideal", meint Anja und spricht den Schienenersatzverkehr Neulengbach bis Rekawinkel an. Und wie ist es um Parkplätze beim Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum bestellt? "Wenn man zeitiger da ist geht's, aber ab cirka halb neun kann man's wohl vergessen."

Neue Park&Ride-Anlagen bleiben leer

Anders ist die Lage bei so manchen neu geschaffenen P&R-Anlagen, wie Pressbaums Vizebürgermeister Alfred Gruber und Gemeinderat Peter Grosskopf kritisieren. Sie nehmen sich die Lage am Bahnhof Dürrwien als Beispiel: "Trotz immer größer werdender Wohnbevölkerung im Einzugsgebiet gibt es am Morgen nur zwei Züge in der Stunde und dann hält den ganzen Tag nur mehr stündlich ein Zug. Ein Schildbürgerstreich, könnte man meinen. Wozu neue Parkplatze ohne ausreichendes Zugangebot?".

ÖBB: "Zugangebot ist ausreichend"

"Das Zugangebot ist aus unserer Sicht auf Basis der bestehenden und prognostizierten Nachfrage für Dürrwien im Baustellenverkehr ausreichend", erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Bezüglich der zukünftigen Angebotsausweitung verweise man auf laufende Verhandlungen mit Gebietskörperschaften, Westbahn-Komitee und Gemeinden. "Wir möchten aber schon darauf hinweisen, dass mit Dezember letzten Jahres eine Neukonzeption des Verkehrs auf der inneren Westbahn umgesetzt wurde, die gerade im Abschnitt Tullnerbach-Pressbaum bis Neulengbach zu Angebotsverdichtungen geführt haben."

Zur Sache:
Für die Pendler stehen im Land NÖ derzeit mehr als 36.000 Pkw- und 23.000 Zweirad-Stellplätze auf Park+Ride-Anlagen an Bahn- und Busbahnhöfen zur Verfügung.
Zahl der Arbeiter 2014 in NÖ: 482.066 (+5,2% zu 2009); Auspendler (aus Sicht der Wohnortes): 288.129 (+8%), Einpendler (aus Sicht der Arbeitsplatzes): 205.318 (+13,3%).

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