Riesiger Felssturz am Vilsalpsee

Ein riesiger Felssturz vergangenen Mittwoch am Vilsalpsee beschäftigt die Gemeinde Tannheim.

TANNHEIM (rei). Angekündigt war er, gesehen hat ihn aber keiner: Vergangenen Mittwoch gegen 22 Uhr ereignete sich einer der größten Felsstürze in diesem Jahr in Tirol: Geschätzte 100.000 Kubikmeter Fels und Geröll lösten sich von von einer Bergflanke südöstlich des Vilsalpsees, begruben etwa zehn Hektar Wald unter sich und machen seither den Fahr- und Wanderweg endgültig unpassierbar.
„Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen“, atmet Bürgermeister Markus Eberle auf. Schon seit längerer Zeit war Bewegung im Berg. Daher wurde die Bergfalnke genau beobachtet. Im Sommer entschied man sich aus Sicherheitsgründen für eine Sperre, die allerdings von vielen mißachtet wurde.
Zuletzt nahm die Intensität der Steinschläge aber zu. „Jetzt hat sich der Fels nach unten hin entlastet. Die große Frage ist, was passiert weiter oben“, erklärt Eberle. Am Tag nach dem Felssturz waren Geologen vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Mit einem Hubschrauber wurde das Abbruchgebiet begutachtet. Klar ist derzeit nur eines: Im betroffenen Gebiet herrscht Lebensgefahr. Ständig brechen größere und kleinere Steine aus. „Unten am Weg liegt ein Fels mit mindestens einem Kubikmeter. Da nützt kein Helm und gar nichts mehr, wenn man von so einem Brocken getroffen wird“, warnt der Gemeindechef eindringlich davor, sich dem Abbruchgebiet zu nähern.
Der Zeitpunkt des Abbruchs ist aus der Sicht der Gemeinde und aller anderen Interessenten rund um den Vilsalpsee einigermaßen günstig. Die Wandersaison ist so gut wie vorbei, die Landsberger Hütte, die über diesen Weg angewandert wird, hat bereits zugsperrt. Am meisten betroffen sind derzeit die Elektrizitätswerke Schattwald, die in der Nähe einen Speichersee haben.
Jetzt wird diskutiert, wie es weitergehen kann. „Angedacht ist, den Wanderweg auf der anderen Seeseite zum Fahrweg auszubauen, damit sowohl die Elektrizitätswerke als auch die Landsberger Hütte wieder ans hintere Ende des Sees fahren können. Das ist aber nicht ganz einfach, handelt es sich doch um ein Natura-2000-Gebiet. Aber die Gesprächsbereitschaft auch seitens des Naturschutzes sei da.
Es gibt auch die Idee, das Abbruchgebiet zu untertunneln. „Das ist nicht finanzierbar und vermutlich auch gar nicht machbar“, räumt Eberle dieser Idee aber keine Chancen ein. Andere wollten vor dem Felssturz das instabile Gestein mit Netzen sichern. „Aber diese Netzdiskussion ist mit diesem Felssturz erledigt.“, stellt Eberle fest.
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