29.09.2016, 12:39 Uhr

Trittsicher in den Wanderherbst

Kommt es zu einer Sturzverletzung, sollten Betroffene offene Wunden mit einem sauberen Schutzverband versorgen, Knochenbrüche und Gelenksverletzungen sollten möglichst ruhiggestellt werden. (Foto: Foto: panthermedia_net/blasbike)

Gute Vorbereitung und umsichtige Wahl der Wanderwege schützen vor Unfällen.

BEZIRK. Wenn der Herbst die heimatliche Landschaft in sein goldenes Licht taucht, wollen viele Österreicher bei ausgedehnten Wanderungen noch einmal die Seele baumeln lassen. Wandern hat nicht nur einen romantischen Charakter, die gleichmäßige Bewegung an der frischen Luft ist auch überaus gesund. Es regt das Herz-Kreislauf-System an, stärkt die Muskulatur, fördert die Koordination und hat zudem einen positiven Einfluss auf die Psyche. Unzureichende Vorbereitung, mangelnde Kondition sowie die Fehleinschätzung des Geländes ziehen aber auch immer wieder Verletzungen nach sich.

Richtige Einschätzung ist gefragt

Grundsätzlich sind die gesundheitlichen Risiken beim Wandern gering – immer vorausgesetzt, dass eher ungeübte Wanderer sich nicht in zu große Höhen begeben und auf den gesicherten Wegen bleiben. „Die richtige Einschätzung der eigenen Konstitution spielt eine wichtige Rolle“, weiß Michael Riepl, Facharzt in Ausbildung an der Abteilung für Unfallchirurgie am Landes-Krankenhaus Rohrbach, „häufig geschehen Unfälle im freien Gelände als Folge von Überbeanspruchung, Unachtsamkeit und Ermüdung.“ Schon ein einfaches Stolpern oder Ausrutschen kann etwa Muskel-, Band- und Sehnenverletzungen zur Folge haben. Jeder Zweite zieht sich bei einem Sturz sogar einen Knochenbruch zu. „Die klassischen Sturzverletzungen entstehen vor allem durch Umknicken und Hängenbleiben“, so der Experte, „besonders beim Abstieg müssen vor allem die Kniegelenke große Belastungen aushalten. Teilt man sich seine Kräfte nicht gut ein, lassen rasch Konzentration und Trittsicherheit nach und das Risiko von Verletzungen steigt.“

Was bei einem Unfall zu beachten ist?

Kommt es zu einer Sturzverletzung, so sollten Betroffene offene Wunden mit einem sauberen Schutzverband versorgen, Knochenbrüche und Gelenksverletzungen sollten möglichst ruhiggestellt werden. In jedem Fall ist umgehend das nächstgelegene Krankenhaus mit einer entsprechenden unfallchirurgischen Abteilung zur weiteren Behandlung aufzusuchen“, rät der Unfallchirurg.

Verletzte Personen sichern und rasch Hilfe anfordern

Da in den Bergen die Rettungswege naturgemäß länger sind, sind verletzte Personen in erster Linie auf eine Notfallversorgung durch Begleitpersonen angewiesen. Diese sollten Verletzte und sich selbst zuerst vor einem möglichen Absturz oder Steinschlag sichern und erste Hilfe leisten. Aufgrund mangelnder Alternativen ist dabei manches Mal Improvisation gefragt. Ausrüstungsgegenstände, wie beispielsweise Wanderstöcke können hier etwa zur Stabilisierung oder als Transporthilfe eingesetzt werden. Das wichtigste ist jedoch, so rasch als möglich einen Notruf abzusetzen.

Auch auf das Equipment kommt es an

Um Unfällen schon vor dem Herbstausflug entgegenzuwirken, rät der Mediziner, das ganze Jahr über an der körperlichen Kondition zu arbeiten. „Eine trainierte Muskulatur ist der beste Schutz vor Gelenksverletzungen“, so Riepl, „gleichmäßige, schonende Bewegungen, wie etwa beim Radfahren oder Schwimmen sind hier besonders zu empfehlen.“ Aber auch die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle – so sollten Rucksäcke nicht zu schwer sein und gut auf dem Rücken sitzen. Wanderstöcke beugen einer Überbelastung der Gelenke vor und festes, knöchelhohes Schuhwerk mit gutem Profil schützt die Sprunggelenke vorm Umknicken. Werden dann noch ausreichend Pausen eingeplant, steht einem romantischen Herbstwandervergnügen – möglicherweise auf einem der zahlreichen Themenwanderwege des Oberen Mühlviertels – nichts mehr im Wege.
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