20.06.2016, 07:16 Uhr

Kulturpreis der Stadt erstmals an Archäologen vergeben

Bürgermeister Andreas Lindorfer, Kulturpreisträger 2016 Gernot Krondorfer, Kulturstadtrat Roland Straußberger, Raika-Geschäftsleiter Ludwig Kapfer (vl.).

Gernot Krondorfer veränderte mit Funden Geschichte des Mühlviertels.

ROHRBACH-BERG, SARLEINSBACH (alho). Der diesjährige Kulturpreis der Stadtgemeinde Rohrbach-Berg und der Raiffeisenbank Region Rohrbach geht an Hobbyarchäologen Gernot Krondorfer. Dieser mit 2000 Euro dotierte Preis hat heuer in mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung: Roland Straußberger eröffnete als neuer Kulturstadtrat den Festabend und erstmals seit Bestehen des Kulturpreises wurde dieser im Bereich Archäologie vergeben. Raiffeisenbank-Geschäftsleiter der Region Rohrbach, Ludwig Kapfer, erwähnte die Ausstellung über die Funde des Archäologen in der Raiffeisenbank und hob hervor, dass mit den Funden von Krondorfer festgestellt wurde, dass nicht erst vor 1000 Jahren das Mühlviertel besiedelt wurde, sondern es bereits vor etwa 5000 Jahren Ansiedelungen im Gebiet nahe der Donauschlinge gab.

Auf Spurensuche

Bei der Laudatio meinte Josef Eibl, Leiter der Landschaftsschule Donauschlinge: „Mit dem Preisträger in diesem Jahr machen wir uns auf die Spurensuche, auf eine Spurensuche der besonderen Art.“ Eibl wies auf die Bedeutung von sichtbaren, alten Zeichen, Überbleibsel oder Reliquien hin. "Dadurch bekommt ein Ort oder ein Gebiet oftmals eine ganz andere Bedeutung."

Gelernter Keramiker

Gernot Krondorfer wurde 1966 in St. Peter in der Au (Niederösterreich) geboren und machte eine Lehre als Keramiker und Töpfer. Seit 32 Jahren lebt der Bildende Künstler in Ohners-torf (Gemeinde Atzesberg). Krondorfer machte sich als Sonnenuhrenbauer selbständig und dies bildet auch heute noch seine wirtschaftliche Grundlage. Das geschichtliche Interesse Krondorfers galt den Formen des Granits. Streufunde weckten erst recht sein Interesse. Die Donauhöhen rund um Niederkappel wurden und werden nach Streufunden abgesucht. Eine der großen Stärken Krondorfers liegt im Archivieren und Dokumentieren, dem Aufbewahren und Kennzeichnen der Funde und vielem mehr in Zusammenarbeit mit Bundesdenkmalamt und mehreren anderen Einrichtungen.

Jade in Österreich

Als eines der Highlights der Fundstücke gilt das Niederkappler Prunkgefäß. Steinzeitfunde aus Jade sind in Österreich rar und das Niederkappler Steinzeitbeil ist das einzige außerhalb der Steiermark in ganz Österreich.
All diese Funde können im Steinzeitmuseum in Ohners-torf besichtigt werden.
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