21.06.2016, 13:38 Uhr

Parallel-Regierung tagte zum sechsten Mal

Vor der letzten Sitzung des Landtages tagte wieder die Parallel-Regierung der Frauen. (Foto: Foto: Kamila Kolanska)

Die sechste Sitzung der oberösterreichischen Parallel-Regierung widmete sich "Frauen am Land".

LINZ, BEZIRK. Auch vor der letzten Sitzung des Landtages tagte wieder die Parallel-Regierung der Frauen. Diese kommt jetzt schon zum sechsten Mal zusammen. Immer vor der „offiziellen“ Landtagssitzung mit seiner frauenlosen Regierung beschließt sie umsetzbare, konstruktive Maßnahmen für mehr Vielfalt und Chancengleichheit.
Diesmal wurde die Regierungs-Sitzung von einer Gruppe von Frauen aus dem Bezirk Rohrbach organisiert, die sich schon seit Schulzeiten kennt. Mit der Perspektive ihrer persönlichen Erfahrungen als Frauen aus dem ländlichen Raum haben sie Forderungen rund um die Themen Mobilität, Kinderbetreuung und Bildung/Abwanderung erarbeitet.

Die Forderungen


Die Landesrätin für Mobilität Renate Großalber forderte:
● Die Einbeziehung von Frauen in die Planung von Verkehrskonzepten (derzeit sind 4% der PlanerInnen weiblich);
● Eine Erhebung zu den unterschiedlichen Mobilitäts-Bedürfnissen von Menschen im ländlichen Raum;
● Ein verstärktes Angebot von flexiblen Angeboten wie Car-Sharing oder regionalen Taxidiensten sowie die Entwicklung von neuen Ideen für Mobilität;
● Den Austausch von Ideen zwischen Regionen und zwar auf Ebene der BürgerInnen direkt.

Die Landesrätin für Männerangelegenheiten und Kinderbetreuung Karin Rotter forderte:
● Den raschen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen im ländlichen Bereich;
● Die Entwicklung innovativer Betreuungs-Konzepte speziell für unter 3-Jährige mit mehr Flexibilität und der Möglichkeit, sie auch in schulfreien Zeiten in Anspruch nehmen zu können;
● Kindererziehung ist Aufgabe der Eltern – nicht der Mutter allein. Wir fordern konkrete Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, damit Mütter und Väter ihre Kinder partnerschaftlich betreuen können. Der Anspruch auf Teilhabe am Erwerbsleben soll für beide aufrecht bleiben können. Dafür muss der Staat den Rahmen setzen, vor allem in ländlichen Regionen mit traditionellen Rollenbildern.

Die Landesrätin für Bildung Christa Weinbauer forderte:
● Neue Weiterbildungs- und Wiedereinstiegskonzepte speziell für Frauen in ländlichen Regionen und finanzielle Mittel für passende, moderne Programme;
● Die Verbesserung der Möglichkeiten für Telearbeitsplätze durch einen verstärkten Breitbandausbau;
● Gründerinnen im ländlichen Raum zu fördern und Frauen durch konkrete Beratungs-Angebote stärker zu unterstützen, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen.

Einstimmig angenommen

Die Forderungen der oö. Parallel-Regierung der Frauen wurden einstimmig angenommen. Die Parallel-Regierung erhält breite Zustimmung von unterschiedlichsten politischen, religiösen und weltanschaulichen Seiten. Im Publikum zeigten unter anderem ihre Unterstützung: Sandra Andrews-Brandstätter (Unternehmerin, Afridirndl), Lydia Breitschopf (Unternehmensberaterin), Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz (Grüne), Landtagsabgeordnete Uli Boeker (Grüne), Sprecherin oö Medienfrauen Heidi Vitéz, Maria Buchmayr (Grüne), Jutta Reisinger (Frauenbeauftragte Linz), dritte Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer (SPÖ), Hermann Mittermair (Unternehmer, Brands and Friends), Künstler Kurt Stimmeder, Fotograf Josef Pfisterer, Ursular Kolar-Hofstätter (Geschäftsführerin Fiftitu%).
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