05.07.2016, 15:30 Uhr

Der Einsamkeit keine Chance geben

Wie kann ich mich vor einem Einbruch schützen? Margit Böhm und Helga Brugger informierten sich bei Richard Wolf (Kripo).

Gesund und in aktiver Nachbarschaft älter werden – das stand am Inge-Morath-Platz im Fokus.

SALZBURG (lg). Blutdruck messen, einen Seh- und Hörtest absolvieren und Übungen zur Osteoporose-Vorbeugung, gespickt mit zahlreichen Infoständen von sozialen Diensten zu den Themen Gesundheit, Sicherheit und Pflege – der Inge-Morath-Platz im Stadtwerkeareal bot im Rahmen des Projektes "AuGeN auf – Auf Gesunde Nachbarschaft" von Avos und dem Hilfswerk Salzburg ein breites Spektrum an relevanten Themen für ältere Menschen.

Aktive Nachbarschaft

"Das Projekt wurde als Pilotprojekt ins Leben gerufen und soll vor allem der zunehmenden Vereinsamung von älteren Menschen entgegenwirken – speziell durch eine aktive Nachbarschaft. Aber auch die Gesundheitsförderung und ein lokales Netzwerk für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige wurde installiert und soll sukzessive erweitert werden. In Lehen haben wir das Projekt unter dem Namen 'Gesund älter werden in Lehen' durchgeführt", erklärt Patricia Lehner von der Avos Prävention und Gesundheitsförderung. Für Claudia Beier, selbst Bewohnerin des Stadtwerke-Areals, eine willkommene Sache: "Da ich selbst pflegende Angehörige bin, habe ich mich informiert, welche Angebote es im Bereich der Heimhilfe gibt. Ich würde mir generell einen intensiveren Austausch hier in der Nachbarschaft wünschen, aber die meisten Bewohner sind junge Menschen oder junge Familien, die haben andere Interessen. Ich wäre gerne aktiver in der Nachbarschaft unterwegs", erzählt Beier. Ein großes Thema für ältere Menschen sei laut Lehner das Thema Mobilität. "Viele ältere Personen wollen am Abend nicht mehr weit unterwegs sein oder fühlen sich unsicher im Straßenverkehr. Da wurde der Wunsch geäußert, ob man hier eine Art Fahrgemeinschaften oder Ähnliches organisieren kann. Wichtig ist uns vor allem die generationenübergreifende Arbeit, wir sind in engem Kontakt mit Kindergärten und Schulen. Jung und Alt sollen voneinander lernen können, das ist das Ziel", betont Lehner.

"Neffen-Betrüger"

Umfangreich informiert haben sich auch die Schwestern Margit Böhm und Helga Brugger, die gemeinsam mit ihrer Mutter Gertrude Gastberger zu dem Projekttag gekommen sind. "Sehr interessant war der Vortrag zum Thema 'Sicherheit in der Nachbarschaft': Worauf muss ich achten, wenn ich verreise, wie kann ich mich vor Einbrechern schützen? Das sind alles Fragen, die einen beschäftigen", schildert Böhm, die sich bei Richard Wolf vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst Tipps geholt hat. "Derartige Veranstaltungen sind wichtig, um die Menschen zu sensibilisieren und die Aufmerksamkeit zu schärfen. Dinge wie Neffen-Betrug oder ein vermeintlicher Lotterie-Gewinn kommen leider Gottes immer wieder vor", erklärt Wolf.

Stimmen zum Projekt-Tag in Lehen:

Patricia Lehner, Avos: "Mit dem Projekt ‚Auf Gesunde Nachbarschaft’ wollen wir vor allem der zunehmenden Vereinsamung von älteren Menschen entgegenwirken – speziell durch eine aktive und belebte Nachbarschaft. Ein großes Thema für ältere Menschen ist die Mobilität – hier wollen wir neue Möglichkeiten suchen."

Claudia Beier, Bewohnerin Stadtwerkeareal: "Ich habe mich vor allem über Angebote im Bereich der Heimhilfe informiert. Als pflegende Angehörige benötige ich hier Unterstützung. Ich würde mir einen intensiveren Austausch unter den Bewohnern in der Nachbarschaft wünschen, das fehlt mir ein bisschen."

Christoph Hufnagl, Rotes Kreuz: Viele ältere Menschen stellen sich die Frage: Was tun, wenn ich nicht mehr allein weiter kann? Hier setzen wir an und bieten ein breites Angebot in der mobilen Pflege und Betreuung. Wir schulen ältere Menschen, wie sie ihr Zuhause barrierefrei gestalten, um sich vor Stürzen zu schützen, etwa durch Entfernung der Teppiche.

Richard Wolf, Kripo: "Der Neffen-Trick kommt leider immer wieder vor, da ist Sensibilisierung wichtig. Wir raten auch, das Licht brennen zu lassen, wenn man einen Tag verreist, damit es bewohnt aussieht und potenzielle Einbrecher abschreckt. Zudem gibt es ein Hand-Alarmgerät, das man im Ernstfall betätigen kann und das ein lautes Sirenensignal auslöst."

Margit Böhm, Besucherin des Infotages: "Sehr informativ war der Vortrag zum Thema 'Sicherheit in der Nachbarschaft'. Worauf muss ich achten wenn ich verreise? Wie kann ich mich vor Einbrechern schützen? Das sind alles Fragen, die einen beschäftigen. Durch derartige Projekte wird das Bewusstsein neu geschärft."
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