20.09.2016, 13:00 Uhr

"Jazz hat so etwas Unaufgeregtes"

Die Hamburgerin Tina Heine ist die neue künstlerische Leiterin von "Jazz and the city".

Die Hamburgerin Tina Heine leitet heuer erstmals "Jazz & The City"

SALZBURG (lg). Im März wurde Tina Heine als neue künstlerische Leiterin des Musikfestivals "Jazz & The City" präsentiert, das von 19. bis 23. Oktober in der Altstadt über die Bühne gehen wird. Im Stadtblatt-Interview - das Stadtblatt ist Partner des diesjährigen Festivals - spricht die Hamburgerin, die 2009 das Hamburger Jazzfestival "Elbjazz" initiiert hat, über ihre Leidenschaft für die Jazz-Musik, den Reiz an Salzburg und wie sie "Jazz & The City" künftig positionieren möchte.

Sie sind die neue künstlerische Leiterin von "Jazz & The City". Was reizt Sie an dieser Aufgabe und wie haben Sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet?
TINA HEINE:
Ich bin grundsätzlich ein sehr neugieriger Mensch und mich reizt das Neue. Ich habe mir die Programme von "Jazz & The City" der vergangenen Jahre angeschaut, bin durch die Stadt gelaufen, habe mit Gastronomen gesprochen und habe das Ganze auf mich wirken lassen. Man muss eine Stadt und das Flair dort spüren und aufsaugen.

Worauf dürfen sich die Besucher des diesjährigen Musikfestivals freuen?
TINA HEINE:
Auf ein buntes Potpourri an Jazz-Musikern aus Salzburg und aus der ganzen Welt. Mir war es auch wichtig, dass die Künstler nicht nur für einen Auftritt nach Salzburg kommen, sondern einen Tag länger bleiben und so auch an mehreren Orten spielen können. Dadurch sollen auch dem Publikum mehrere Möglichkeiten gegeben werden, die Künstler live zu erleben. Und es kommen heuer auch neue Orte hinzu, wo gespielt wird.

Sie sagen, Sie wollen die Stadt und die Menschen kennenlernen und spüren. Wie haben Sie das gemacht und wie wirkt Salzburg auf Sie?
TINA HEINE:
Mir war es wichtig, alle teilnehmenden Orte kennenzulernen, und ich bin auch an Orte gegangen, die ich gerne als künftige Spielstätten mit an Bord hätte. Es ist doch so, dass man manchmal wo hineinkommt und man fühlt sich von diesem Ort sofort angezogen weil er dieses besondere Flair hat. Das möchte ich dem Publikum auch bieten. Ich will die Musik und die Orte eng verknüpfen. Man soll die Musik über die Orte und die Orte über die Musik erfahren. Ich verfolge bei "Jazz & The City" die Idee des "sich Treiben lassen".

Wie haben Sie Ihre Leidenschaft für den Jazz entdeckt?
TINA HEINE:
Das hat viel mit meinem Naturell zu tun. Das Impulsive und die Improvisation beim Jazz, das liegt mir nahe. Mein Vater hat mich schon als Kind immer zu Jazz-Konzerten mitgenommen, weil meine Mutter die Musik nicht so toll fand.

Was macht die Faszination Jazz für Sie aus?
TINA HEINE:
Ich mag die Aura, die den Jazz umgibt. Der Jazz und auch die Musiker haben etwas Unaufgeregtes, Uneingebildetes an sich, auch die Stars der Szene. Dort gibt es nicht diesen Starkult wie er in der Popmusik betrieben wird. In meiner Bar in Hamburg, "Hadley´s Cafe Bar", die ich seit zwanzig Jahren betreibe und in der üblicherweise kein typisches Jazzpublikum zu Gast ist, habe ich irgendwann begonnen, am Montagabend Jazz-Konzerte zu veranstalten. Da habe ich schnell gemerkt, dass, wenn man es schafft das Publikum dorthin zu bekommen, auch der Funke überspringt. Das hat viel mit der Atmosphäre zu tun.

Und mit dieser Atmosphäre wollen Sie auch in Salzburg neues Publikum anlocken?
TINA HEINE:
Ja. Das Jazzfestival hat in Salzburg bereits eine sehr hohe Akzeptanz, ich möchte das Ganze noch breiter aufstellen, den öffentlichen Raum noch stärker bespielen, auch ungewöhnliche Orte als Spielstätten generieren. Zudem will ich das Rahmenprogramm ausbauen, Workshops mit Künstlern einführen, ein Kinderprogramm starten und den Jazz auf unterschiedlichen Ebenen erzählen.
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