19.03.2016, 11:12 Uhr

90-Jahrfeier des Österreichischen Versuchssendeverbandes

Amateurfunkantennen
Altmünster am Traunsee: Altmünster am Traunsee |

Was das sinken der Titanic und das iPhone gemeinsam haben


Wien (pts002/13.03.2016/15:50) - Der Österreichische Versuchssendeverband, die Interessenvertretung aller Funkamateurinnen und Funkamateure in Österreich, feiert 2016 sein 90 jähriges Bestehen. Die Festveranstaltung findet am 2. April 2016 um 15 Uhr, im ORF Radiokulturhaus 1040 Wien, Argentinierstraße 30a statt. In einer szenischen Revue von Prof. Wolf Harranth, OE1WHC, unter dem Titel "Und wir merken, leicht verwundert: In zehn Jahren sind wir hundert" wird die Geschichte des Amateurfunks unterhaltsam rekapituliert.


Die Geschichte der Funkamateure und der Funkwellenausbreitung auf Kurzwelle

Durch das Sinken der Titanic 1911 wurde die Kommunikation über Funktechnologien, die bis zu dieser Zeit nur innerbetrieblich als Betriebsfunk erlaubt waren, liberalisiert. Was die wenigsten wissen ist, dass die Entwicklung von Kommunikationstechnologien über Funk seit dieser Zeit durch Funkamateure maßgeblich beeinflusst worden ist.

Gleich nach der Liberalisierung des Schiffsfunks etablierte sich neben einigen wenigen kommerziellen Rundfunksendern der offizielle Funkdienst des Amateurfunks. Im Jahre 1914 schlossen sich nationale und internationale Funkamateure in Amerika zusammen und gründeten die American Radio Relay League (ARRL). Die Pioniere des Funkes experimentierten und forschten seit dieser Zeit in vielerlei Bereichen.

Es waren der französische Funkamateur Leon Deloy (Rudzeichen: F8AB) und die beiden amerikanischen Funkamateure Fred Schnell (Rufzeichen: 1MO) und John Reinartz (Rufzeichen: 1XAM) die am 27. November 1923 die erste interkontinentale Funkverbindung zwischen Nizza und West Hartford sicherstellten. Neben der ersten interkontinentalen Funkverbindung überhaupt war die besondere Leistung in diesem Zusammenhang, dass diese Funkverbindung auf einer Funkfrequenz, der Kurzwelle, erzielt wurde, die damals von der Wissenschaft und aus kommerzieller Sicht weder für möglich noch relevant gehalten wurde. Die Kurzwelle, Frequenzbereich ab 1,8 Mhz, hat den Vorteil, dass diese weitaus kleinere und kostengünstigere Antennen sowie Funksendeanlagen benötigt, als die damals verwendete Langwelle, die von den kommerziellen Funkdienstbetreibern eingesetzt wurde. Die geringeren Kosten und kleinere Bauweise war und ist bis heute der Grund warum jeder Funkdienst ob Mobilfunk, Schiffsfunk, Polizeifunk usw. Funksendeanlagen mit Kurzwelle funkt. Jedes Smartphone hätte heute nicht die kleine Bauform, hätten die drei Funkamateure nicht diesen Erfolg erzielt, den damals niemand für möglich gehalten hat.

Die Gründung der Amateurfunkverbände

Seit 1925 nimmt die internationale Vereinigung IARU (International Amateur Radio Union) die Interessensvertretung der Funkamateure auf globaler Ebene war. 1926 wurde der Österreichische Versuchssendeverband als einer der ersten Amateurfunkverbände der Welt gegründet und feiert 2016 sein 90 jähriges Bestehen. In einem Festakt am 2. April wird die Geschichte des Amateurfunks im Radiokulturhaus lebendig. Nähere Informationen unter: http://www.oevsv.at

Funkamateurinnen und Funkamateure sind staatlich geprüft und betreiben weltweiten, experimentellen Funk, einschließlich Satelliten-, Not- und Katastrophenfunk.

Weltweit genießen die Interessen von Funkamateurinnen und Funkamateuren auf Grund ihrer besonderen Leistungen im Hinblick auf technische Entwicklung und ihrer strukturellen Unterstützung in Not- und Katastrophenfällen den besonderen Schutz durch anerkanntes Völkerrecht.

Funkamateurinnen und Funkamateure werden durch internationale Verträge eine große Zahl an Frequenzen im gesamten elektromagnetischen Spektrum zugewiesen. Staatlich lizenzierte Funkamateurinnen und Funkamateure dürfen Funkgeräte selbst bauen oder modifizieren und in Betrieb nehmen, egal ob es sich um ein kleines Handfunkgerät für die Kommunikation im näheren Umfeld, eine leistungsfähige Kurzwellen-Station mit globaler Reichweite, oder eine Richtfunkstrecke handelt, mit der Daten zwischen Computern ausgetauscht werden. Damit steht der Öffentlichkeit gerade in Katastrophensituationen ein Kommunikationsdienst zur Verfügung, der auch unabhängig von der kommerziellen Infrastruktur funktioniert.

Amateurfunk ist gelebte Vielfalt

Kaum ein anderes Hobby hat so viele unterschiedliche Ausprägungen und ermöglicht durch seinen Facettenreichtum, vielfältige Interessen zu verbinden. Es ist so gut wie unmöglich, die Vielfalt des Hobbys in einer kurzen Aufzählung zu repräsentieren - darum hier nur ein paar Beispiele: Funkamateurinnen und Funkamateure erzielen Verbindungen, die weit über die Sichtweite hinausgehen, durch das Ausnutzen von Reflexionen der Radiowellen in der Ionosphäre, Atmosphäre, an Bergen, Flugzeugen, den ionisierten Spuren von Meteoriten, ja sogar von Reflexionen am Mond. Sie bauen sich ihre eigenen Geräte oder Antennen selber, experimentieren dabei mit neuester Technik, und suchen das Erfolgserlebnis, mit "Selbstgebautem" erfolgreich zu sein bishin zum Telekommunikationssatelliten welche von Funkamateurinnen und Funkamateuren entwickelt und gebaut werden. Durch Funkbetrieb auf ungewöhnlicher Standorte durch portable Funkstationen liegt für Viele ein Reiz, seien es Inseln, Berggipfel, Burgen, Nationalparks etc. zu besuchen und das Erlebnis Natur mit Technik zu verbinden.

Über den ÖVSV
Der ÖVSV (Österreichischer Versuchssender Verband) ist die Interessensvertretung der Funkamateurinnen und Funkamateure in Österreich und feiert heuer sein 90 jähriges Bestehen. Die Kernaufgabe dieses unabhängigen und gemeinnützigen Vereins ist die Förderung des völkerrechtlich geregelten Amateurfunkdienstes und seiner Mitglieder. Der ÖVSV setzt sich für die Aus- und Weiterbildung der technikinteressierten Jugend ein und unterstützt sie beim Einstieg in dieses vielfältige, zukunftsorientierte und sinnvolle Hobby.
Weitere Informationen unter: http://www.oevsv.at

Leistungen des ÖVSV, seiner Landesverbände und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

* Interessensvertretungsarbeit
Der ÖVSV vertritt die Interessen des Amateurfunks gegenüber Ministerien und Behörden in der Republik Österreich zum Erhalt und zur Erweiterung der für den Amateurfunk nutzbaren Frequenzbereiche sowie bei der Festlegung von Normen und Grenzwerten zum Schutz des Radiospektrums vor schädlichen Störungen.

* Internationale Vertretung
Als österreichisches Mitglied der International Amateur Radio Union übernimmt der ÖVSV vielfältigste Aufgaben, um dem Motto "Amateurfunk - Welt ohne Grenzen" Kraft und Beständigkeit zu geben - von der Vertretung in den internationalen Gremien (ETSI) über die Zusammenarbeit mit Amateurfunkverbänden der einzelnen Staaten bis zur Vermittlung von QSL-Karten (Funkbestätigungskarten).

* Betrieb von Infrastruktur
Österreich stellt durch seine gebirgige Lage eine Herausforderung für die Funktechnik dar. Um möglichst weitreichende Kommunikation auch an ungünstigen Standorten zu ermöglichen, betreibt der ÖVSV wichtige Infrastrukturkomponenten, wie zum Beispiel den HAMNET Backbone als Grundlage für digitale Daten- und Sprechfunknetze, oder unbemannte Umsetzer auf exponierten Standorten für Sprechfunk.

* Aus- und Weiterbildung
Der ÖVSV bietet regelmäßig in allen Bundesländern Vorbereitungskurse für die von der Fernmeldebehörde abgehaltenen Amateurfunkprüfungen an, die die Voraussetzung sind für die Bewilligung, eine Amateurfunkstation zu errichten und zu betreiben. Weiters betreibt der ÖVSV Aus- & Weiterbildungsaktivitäten in den Bereichen: Jugendförderung durch spezielle Angebote sowie Informationsarbeit in Schulen und Ausbildungsstätten, Bei diversen Veranstaltungen und Messen ist der ÖVSV vertreten, um die Öffentlichkeit über das vielfältige Hobby Amateurfunk, und seine Bedeutung für die Unterstützung der Behörden im Not- oder Katastrophenfall zu informieren.

* Förderung der technischen Entwicklung
Innovationspreise des ÖVSV zeichent hervorragende Entwicklungen durch österreichsiche Funkamateurinnen und Funkamateure aus

* Indoor- und Outdoor-Events
In allen Bundesländern und zu jeder Jahreszeit finden Treffen und Outdoor Veranstaltungen statt die für Mitglieder und Interessierte am Amateurfunk und Bewegung in der Natur interessant sind. Weiters bieten Interessensgruppen aus den vielfältigen Ausprägungen des Hobbies eigene Aktivitäten an.

* Vernetzung und Information
QSP, das Amateurfunkmagazin des Österreichischen Versuchssenderverbandes erscheint elf Mal im Jahr und wird durch ein ehrenamtliches Redaktionsteam erstellt. Das Magazin enthält aktuelle Informationen über den Amateurfunkdienst aus dem nationalen und internationalen Bereich, vereinsinterne Informationen und Berichte, von Mitgliedern verfasste technische Artikel über alle Bereiche des Amateurfunks, Bauanleitungen sowie Kaufs- und Verkaufsangebote für amateurfunk-spezifische Gerätschaften. Die Website www.oevsv.at bietet einen Einblick in die Welt des Amateurfunks und die Leistungen von österreichischen Funkamateurinnen und Funkamateuren. Neuigkeiten aus dem In- und Ausland, sowie Hinweise auf relevante Veranstaltungen und technischen Einrichtungen werden zur Verfügung gestellt.

Rückfragehinweis:
Karl Gorz
Öffentlichkeitsarbeit & Presse des ÖVSV
Tel.: +436763900010
E-Mail: presse@oevsv.at

(Ende)
Aussender: DV des Österr. Versuchssenderverbandes
Ansprechpartner: DV des Österr. Versuchssenderverbandes
Tel.: +43 676 3900010
E-Mail: presse@oevsv.at
Website: www.oevsv.at
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