13.04.2016, 12:49 Uhr

Motorsägendieb vor Gericht

Ein 33-jähriger Ungar musste wegen mehrerer Einbrüche vor das Landesgericht. (Foto: Probst)

Ein 33-jähriger Ungar brach mit einer Bande in Geschäftslokale im Bezirk ein, um Motorsägen zu stehlen.

BEZIRK SCHEIBBS. Nur wenige Tage nach seiner letzten Haftentlassung Mitte September 2015 setzte ein 33-jähriger Ungar gemeinsam mit anderen Landsleuten seine Einbruchstouren in Österreich fort. Ziel der Bande waren abermals Geschäftslokale, in denen hochpreisige Motorsägen angeboten werden. An zehn Einbrüchen soll der mehrfach Vorbestrafte diesmal beteiligt gewesen sein.

84.000 Euro teure Beute

Laut Staatsanwalt Karl Wurzer erbeuteten die Einbrecher ab September Motorsägen und andere landwirtschaftliche Maschinen im Wert von rund 84.000 Euro. Die Beute wurde nach Ungarn gebracht und dort verkauft. Im Dezember 2015 war Endstation für den 33-Jährigen, als er auf frischer Tat gestellt werden konnte.

Geschäfte waren bekannt

Einige Geschäfte, etwa in Waidhofen an der Ybbs, Purgstall, Hollabrunn und Langenzersdorf waren dem Angeklagten schon von früheren Einbrüchen bekannt. Am Landesgericht St. Pölten leugnete er jedoch, an allen zehn ihm zur Last gelegten Coups teilgenommen zu haben.

Angeklagter half Ermittlern

Verteidiger Florian Steinwendtner wies bereits zu Beginn der Verhandlung auf das Teilgeständnis seines Mandanten hin. Darüber hinaus habe er im März dieses Jahres Ermittlungsbeamten geholfen, indem er Namen der Täter beziehungsweise anderer Banden nannte.
Gegenüber Richterin Doris Zwettler-Scheruga bestätigte der Beschuldigte, dass alle Komplizen an den Tatorten maskiert gewesen seien, gleiche Schuhe trugen und zum Einschlagen der Auslagen oder Glastüren große Steine oder Eisenstangen benutzten.

Widersprüche bei Aussagen

"Er widerspricht sich immer", erklärte der Staatsanwalt Karl Wurzer beim Vergleich des Polizeiprotokolls, wo er alles offenlegen wollte, mit den Angaben vor Gericht.
Dazu meinte der Ungar: "Sie glauben mir sowieso nicht. Dann sage ich halt, dass ich alles gemacht habe und immer alleine war!" Zur vollständigen Klärung vor allem jener Fakten, die der Angeklagte bestreitet, müssen nun einige weitere Personen als Zeugen geladen werden, die über Tatorte, Tatzeiten und Mittäterschaft Bescheid wissen.
Richterin Doris Zwettler-Scheruga musste den Prozess am Landesgericht St. Pölten deshalb auf Juli vertagen.
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Hermann Biber aus Scheibbs | 03.05.2016 | 16:09   Melden
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