17.03.2016, 02:00 Uhr

Borkenkäfer wütet in Wäldern

(Foto: LK OÖ/Reh)

Tausende Bäume sind befallen. Viele wurden noch nicht entfernt. Jetzt droht wieder Gefahr.

BEZIRK. "Der Borkenkäfer befällt Fichten", sagt Markus Gemander, Forstberater der Bezirksbauernkammer Steyr. Der Schädling entwickelt sich in der Baumrinde und frisst sich durch den Bastbereich des Baumes. Dort werden die Wasserleitungsbahnen unterbrochen und die Fichte stirbt. Ist der Baum gesund, kann er sich durch verstärkten Harzfluss wehren.
"Eine gesunde Fichte kann sich gegen rund 200 Käfer wehren", so Gemander. Einen "eisernen Bestand" an Käfern gab es schon immer. Mehrere Faktoren haben letztes Jahr dazu beigetragen, dass sich die Schädlinge so vermehrten. Der niederschlagsarme und trockene Sommer führte dazu, dass aus den abgelegten Eiern schneller Larven schlüpften, die sich dann zu Käfern entwickelten. "So konnten bis zu drei Generationen an Insekten entstehen", erklärt der Forstberater. Windwurf, Schneebruch oder extreme Trockenheit und Hitze durch den Klimawandel begünstigen diese Entwicklung zusätzlich. Erkennbar ist ein Käferbefall auf verschiedene Arten. Rund um den Baum befindet sich das sogenannte Bohrmehl. Die Baumkronen werden braun. Und auch der Specht ist vermehrt tätig.
Hauptsächlich betroffen sind das Mühlviertel, der Zentralraum und das Voralpengebiet. In diesem Frühjahr könnte sich die Situation weiter verschlechtern. Ein Teil der letzten Käfer-Generation wird überwintern können. Im April fliegen dann die Käfer aus und befallen neue Bäume. Befallene Stämme sollten daher so rasch wie möglich aufgearbeitet werden. Das Holz muss schnellstmöglich ins Sägewerk gebracht, gehäckselt oder verbrannt werden. Gelagert werden sollte es mindes-tens 300 Meter vom nächsten Waldrand entfernt.

Eingeschleppter Pilz
Auch das Eschentriebsterben oder "Falsches Weißes Stengelbecherchen" ist im Bezirk Thema. "Dabei handelt es sich um eine eingeschleppte Pilzkrankheit", so Gemander. Dieser Pilz wächst ausgehend von den Blättern in das unverholzte Mark von Zweigen und Trieben. Erste Anzeichen des Eschentriebsterbens sind unregelmäßige Farbveränderungen an den Blattspreiten. Später werden braune Rindennekrosen an den Trieben sichtbar. Triebumfassende Rindennekrosen unterbrechen die Wasserversorgung des Astes, sodass Pflanzenteile oberhalb der Nekrose welken und absterben. Eine Bekämpfung gestaltet sich derzeit noch schwierig. "Normale Bekämpfungsmaßnahmen gibt es nicht. Es wird derzeit noch viel geforscht und versucht resistente Bäume zu vermehren", sagt Gemander.

Der Schädling:
Zwei Käferarten sind für die Schäden verantwortlich:
Der Buchdrucker ist etwa vier bis fünf Millimeter groß und befällt eher stärkere, ältere Bäume. Seine Fraßgänge sind längsförmig.
Der Kupferstecher ist ein bis drei Millimeter groß und eher in schwächeren Stämmen sowie im Kronenbereich der Fichten auffindbar. Seine Fraßgänge sind sternförmig.
Die Borkenkäfer bohren sich im März/April in die Rinde ein und legen dort Eier ab. Daraus schlüpfen Larven, die zu Käfern werden. Im April/Mai bei einer Temperatur von 18 bis 20 Grad kommt es zum ersten Käferflug, die Entwicklung wiederholt sich. Vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert es vier bis acht Wochen. Je wärmer und trockener es ist, desto kürzer ist diese Zeit und desto mehr Generationen entstehen.
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