03.06.2016, 12:44 Uhr

Milchdialog soll helfen, Krise zu überwinden

Kaineder, Stammler und Pirklhuber (v. l.). (Foto: Grüne Bäuerinnen und Bauern OÖ)

Milchdialog am 14. Juni in Wien: Ohne Mengensteuerung sei keine nachhaltige Milchproduktion möglich.

BEZIRK. Die Grünen Bauern haben Anfang des Jahres gemeinsam mit der IG-Milch und der ÖBV-Via Campesina ein Milch-Manifest erarbeitet, das in zehn Punkten konkrete Lösungsansätze für die Milchkrise anbietet. Dieses Milch-Manifest wird von vielen Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützt und stellt damit erstmals ein breites gesellschaftliches Bündnis bäuerlicher Organisationen mit entwicklungspolitischen, kirchlichen und Umweltorganisationen dar. Punkt 10 dieses Milch-Manifests ist die Forderung nach einem Milchdialog.

„Die Milchmarktkrise hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschärft und eine Besserung der ruinösen Preisentwicklung zeichnet sich selbst mittelfristig nicht ab“, beschreibt Clemens Stammler, Obmann der Grünen Bauern OÖ, die Lage der österreichischen Bauern.

Auf Initiative der Grünen konnte nun erreicht werden, dass es am 14. Juni im Parlament in Wien zu einem offiziellen Milchdialog – einem gemeinsamen Treffen von Mandataren, Bauern, Verarbeitern, Lebensmittelhändlern, Konsumentenvertretern aber auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen kommt, um vernünftige Lösungen zu erarbeiten.

„Der Schlüssel dazu ist ein Zurückfahren der produzierten Milchmenge. Die Intensivierung der Milchproduktion durch Futtermittelimporte aus Übersee führt zu nicht verkaufbaren Überschüssen, die gleichzeitig die Gesundheit der Kühe gefährdet und damit zur Verschlechterung der Milchqualität führt. Dies zerstört aber auch die Marktpreise in Österreich und Europa und gefährdet die Existenz tausender heimischer Milchviehbetriebe, während gleichzeitig Dumping-Exporte Märkte in anderen Weltregionen zerstören“, sagt Landtagsabgeordneter der Grünen, Stefan Kaineder aus Dietach.

„Die europäischen Bauern wollen vorrangig den EU-Markt mit hochqualitativen und gesunden Lebensmitteln versorgen und nicht Milchpulver nach Afrika oder China exportieren“, erläutert Nationalratsabgeordneter Wolfgang Pirklhuber.
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