25.03.2016, 10:16 Uhr

Kothgasser: „Wenn Religion nicht für die Menschen eintritt, kann das nicht Religion sein.“

Chrisammesse mit dem em. Erzbischof Alois Kothgasser im Innsbrucker Dom (Foto: Diözese Innsbruck/Sigl)

Chrisammesse mit rund 120 Priestern, Diakonen und PfarrkuratorInnen im Innsbrucker Dom

(dibk). Mehr als 120 Priester, Diakone und PfarrkuratorInnen sowie zahlreiche ReligionslehrerInnen und MitarbeiterInnen der Diözese Innsbruck feierten mit dem emeritierten Erzbischof Kothgasser die in der Karwoche die traditionelle Chrisammesse. Dabei erneuerten alle anwesenden Priester und Diakone die Bereitschaft zum Dienst in der Kirche. Geweiht wurden auch die Heiligen Öle (Chrisam, Katechumenenöl und Krankenöl), die während des Jahres in den Pfarren zur Salbung bei der Spendung einiger Sakramente und Sakramentalien verwendet werden.

Kothgasser: Gebet, Dienst an den Menschen und Verkündigung der Frohen Botschaft

In seiner Predigt hob Kothgasser entscheidende Eckpfeiler im diakonalen Dienst hervor: „Wir müssen uns die Zeit für das Gebet nehmen, sonst fehlt uns die Kraft. Wir sind Vor-, Mit- und Fürbeter für die Menschen.“ Des weiteren müssten Priester und Diakone mit dem Bischof unter der Führung des Heiligen Geistes die Kirche leiten und Dienst an den Menschen tun. Schließlich verlange das Amt die Verkündigung der Frohen Botschaft. „Das setzt voraus, dass wir selbst echte Freude am Evangelium haben“, betonte Kothgasser. Und er regte an, das Geheimnis der Eucharistie, das den Menschen durch Gott geschenkt wurde, ehrfürchtig und in gläubiger Weise zu feiern. Kothgasser wies außerdem auf den Dienst am Nächsten als zentrale Aufgaben von Kirche hin ­­- gerade in dieser schwierigen Zeit: „Wenn Religion nicht für die Menschen eintritt, kann das nicht Religion sein.“
Zuletzt wandte sich der Erzbischof direkt an die anwesenden Priester und Diakone: „Wenn wir heute im Versprechen erneut sagen ‚Ich bin bereit‘, dann soll der Herr wissen, dass er mit uns rechnen kann.“

Fakten zu den Heiligen Ölen und zur Chrisammesse

Chrisam wird verwendet bei Taufe und Firmung, der Priesterweihe und Bischofsweihe, auch bei der Weihe eines Altars, einer Kirche oder der Glockenweihe. Das Krankenöl wird für die Krankensalbung benötigt, das Katechumenenöl für die Salbung der Katechumenen bzw. des Täuflings vor der Taufe.

Ein weiterer Bestandteil der Chrisammesse ist das jährliche Gedächtnis ihrer Weihe (Ordination) der anwesenden Priester und Diakone. Daran kann sich die Erneuerung der Bereitschaftserklärung zum Dienst des Priesters anschließen.
Die Chrisammesse ist die einzige Heilige Messe, die neben der Feier vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag stattfinden darf, so geschieht das auch in Rom im Petersdom.

In vielen Diözesen wird mittlerweile von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Chrisammesse anstatt am Morgen des Gründonnerstags an einem früheren Tag der Karwoche zu feiern, um so die Teilnahme von Priestern, Diakonen und Gläubigen aus der ganzen Diözese zu ermöglichen. Nach der Chrisammesse werden die heiligen Öle an die Vertreter der Gemeinden bzw. Dekanate übergeben, die sie dann in die Gemeinden bringen.
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