10.08.2016, 20:44 Uhr

Die Struwwelkinder machen’s besser

Wiener Sängerknaben-Uraufführung zugunsten „die möwe“

BEZIRK TULLN / WIEN (red). Das Buch „der Struwwelpeter“ gilt als abschreckendes Beispiel für die schwarze Pädagogik der Vergangenheit, „die Struwwelkinder“ jedoch zeigen, dass es auch anders geht. Denn unter diesem Titel bat der Verein die möwe – Kinderschutzzentren Kinder selbst, zeitgemäße Alternativen zu den dunklen Geschichten im Originalbuch zu finden – das Ergebnis wird nun von den Wiener Sängerknaben und weiteren Partnern als Matinée für den guten Zweck und im Sinne des Kinderschutzes präsentiert.
„Wie gehen Kinder heute mit dem Struwwelpeter um, und welche zeitgemäßen Erziehungsmethoden entwickeln sie selbst als Alternativen? Das waren Fragen, denen wir auf den Grund gehen wollten“, erzählt Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der möwe Kinderschutzzentren, die Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen Rat und Hilfe nach seelischer, körperlicher und sexueller Gewalt bieten.

Alternative Lösungsansätze

So entstand ein ungewöhnliches wie Gedanken anregendes Projekt: Ausgehend von vier ausgewählten Geschichten aus dem „Struwwelpeter“ erarbeiteten Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Schulstufe der Lernwerkstatt Brigittenau alternative Lösungsansätze für die Geschichten von Suppenkaspar und Co. Die Librettistin Johanna von der Deken und die Komponistin Elisabeth Naske schufen auf Basis dieser vielfach bestechenden Einblicke in die Wünsche- und Wertewelt der Kinder ein Werk, das unter dem Namen „die Struwwelkinder“ zugunsten der möwe uraufgeführt wird.

Mut gegen Gewalt

„‘Die Struwwelkinder‘ machen Mut gegen Gewalt und die Lösungen der Kinder zeigen kreativ und eindringlich, wie naheliegend wertschätzende Erziehungslösungen oft sind und wie einfach und auch lustig es sein kann, es besser als im Struwwelpeter zu machen. Die Lösungen der Kinder sind dabei sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant“, erzählt Wölfl. „Wir freuen uns sehr, dieses Werk, das sowohl für Kunst als auch für Kinderschutz steht nun der Öffentlichkeit präsentieren zu können, und danken dafür den teilnehmenden Künstlern – von den Wiener Sängerknaben bis zur Künstlerin Yu Horiuchi und dem Moderator Bernhard Fellinger.“

Benefiz-Matinée

Das 20minütige Chorwerk kontrastiert die Gewaltdarstellungen des Struwwelpeters mit den von den Kindern im Rahmen des Workshops gemalten gewaltfreien Lösungen. Aufgeführt wird der Zyklus von den Wiener Sängerknaben.
Zur Abrundung der Benefiz-Matinèe wird Johanna von der Deken den Liederzyklus „Lob(e)lieder“ von Elisabeth Naske nach Gedichten von Mira Lobe präsentieren, begleitet von Yu Horiuchi am Klavier und die Kinder des Superar Orchesters werden mit ihrem Elan für eine abwechslungsreiche Aufführung sorgen. Zusätzlich werden die Zeichnungen, die im Rahmen des Projektes entstanden sind, im Foyer des MuTh ausgestellt und zugunsten der möwe Kinderschutzzentren verkauft. Der gesamte Reinerlös der Veranstaltung kommt den Projekten der möwe zugute.

Auf einen Blick
Benefiz-Matinée „Die Struwwelkinder“; Samstag, 10. September 2016, 10.30 Uhr
MuTh – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien
Karten (ab 32€, Kinder und Jugendliche ab 9€) sind unter tickets@muth.at, auf www.muth.at/programm bzw. unter 01/347 80 80 (Mo – Fr 10:00 – 18:00) erhältlich.
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